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12.August 2011 – Gesundheitssystem

Halbe Treppe

Halbe Treppe

Wie gut können sich die Menschen in unserem Land beschweren über dies und das, über die Politik, die Preise, das Wetter oder einfach nur so. Keine Frage, dass auch unser Gesundheitssystem schon einmal preisgünstiger war und die Wartezimmer nicht so voll wie heute waren.

Was ich in den letzten Tagen erlebt habe, lässt mich jedoch voller Demut danken für die schnelle und umfangreiche Versorgung hierzulande. Ich hatte seit Wochen ein Gefühl von absoluter Schwäche und Müdigkeit, verbunden mit mehreren anderen Symptomen. Ich begab mich zur Ärztin in meiner Straße. Sie erstellte nach einer angemessenen Wartezeit die Diagnose, und um sicher zu gehen wurde mir Blut abgenommen und ein EKG gemacht. Zusätzlich wurde eine Ultraschalluntersuchung in einer anderen Praxis gleich in meiner Nähe gemacht, wodurch die erste Diagnose bestätigt wurde. Zufällig hatte ich auch noch einen Termin für eine Krebsvorsorgeuntersuchung, welche genauso schnell und professionell und – Gott sei dank ohne Befund – durchgeführt worden ist.

Wenn ich an den Teil der Menschheit denke, wo man sich auf eine lange Reise machen muss, um überhaupt einen Arzt zu erreichen, es keine Medikamente und schon überhaupt keine VORSORGEUNTERSUCHUNGEN, sondern höchstens die dringendste Notverpflegung gibt, bekomme ich eine ganz neue Perspektive von unserem System.

Gerade heute, im Rahmen der Globalisierung und der Informationsgesellschaft, können wir es nicht mehr Wegleugnen, dass sich unser Wohlstand massiv durch die Ausbeutung und Unterdrückung der dritten Welt begründet. Wir müssen froh und dankbar sein über unsere umfangreiche Versorgung – auch und gerade im Gesundheitsbereich.

Hier in der ersten Welt haben wir mehr als genug von ALLEM und jedes Jammern ist eine Sünde gegenüber der Welt voller Hunger und Mangel. Trotzdem, oder gerade deswegen gibt es dort oft deutlich mehr Hilfsbereitschaft, Mitgefühl, Liebe und Gemeinschaft wovon es bei uns immer weniger zu finden gibt.

Was ist wirklich wichtig im Leben?

Rikscha fahren – immer ein Vergnügen.

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