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Zille sein Milieu

Schumacherwerkstatt


Wer nach Berlin kommt und Rikscha fährt, kommt an Heinrich Zille kaum vorbei. Leider sind die Berliner Mundart und der Berliner Witz im Alltag schon längst einem sehr viel härteren Umgangston gewichen. Obwohl die Zeiten der Slums in Berlin schon lange vorbei sind, und heute an die Stelle von Hunger und Not Luxusprobleme getreten sind, nimmt der Geltungskampf immer mehr zu. Jeder gegen Jeden. Nur keine Schwäche zeigen!

Wir geben vor, politisches ASYL gerne zu gewähren – aber Wirtschaftsflüchtlinge nein danke! Dahinter steht wohl meistens die Angst vor dem TEILEN. ICHICHICH scheint die Devise in vielen Köpfen zu sein. Dazu passt folgende Nachricht der Berliner Abendschau vom 06.02.2014:

Dicke Luft in Westend

Mitten in der Villenkolonie in Neu-Westend soll in dem ehemaligen Psychatriegebäude der Charité in der Eschenallee ein Flüchtlingsheim entstehen. Dagegen regt sich Protest. Zwei Anwohner, ein Arzt und ein leitender Angestellter bei einem großen Technologiekonzern, bereiten eine Klage vor und haben einen Brief in der Nachbarschaft verteilt. Sie befürchten es könnte neben möglichen sozialen Spannungen eine Abwertung ihrer Wohngegend und somit zu einer Schädigung von Vermögenswerten kommen.

Westend war schon immer der ätzendste Teil von Berlin. Dort lebten und leben die reaktionärsten Menschen unserer Stadt. Und von dort sendet auch die Abendschau. Das Gripstheater besingt diesen fragwürdigen Menschenschlag bereits seit fast 30 Jahren weltweit sehr erfolgreich. Kein schöner Land präsentiert 😉

Rikscha fahren – immer ein Vergnügen.

 

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