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Im Auge des Gesetzes

Achtung Radfahrer! Es gibt mitten in West-Berlin einen Platz wo sich ein übereifriger Polizist nicht scheut, sich nötigenfalls vor das Fahrrad zu werfen um für das vermeintliche Recht zu sorgen. Im Stil eines Gefängniswärters stellt er jeden Verbrecher den er auf frischer Tat ertappt und behandelt ihn auch so. Dabei handelt er streng nach dem Gesetz, allerdings ohne ein Augenmaß für die Angemessenheit seiner Maßnahmen und die Wahl seiner Worte. Sein unhöfliches Verhalten ist bei seinen Kollegen bereits bestens bekannt und verrufen.

So macht er jagt auf jeden der ihm nicht passt und dem er einen Verstoß gegen die Verkehrsregeln vorwerfen kann. Gerade Radler und Rikschafahrer haben es ihm besonders angetan und er hat sich sogar schon Komplizen gesucht. Die KIRCHENDIENER der KAISER-WILHELM-GEDÄCHTNISKIRCHE. Diese stellen sich bereitwillig als freiwillige Helfer der Polizei zur Verfügung. Es scheint, dass immer mehr Menschen gerne Macht über andere Menschen ausüben wollen und manche erheben sich selbst dafür sogar – auch ohne jede Berechtigung dazu.

Im damaligen Ostteil von Berlin hießen diese Leute Freiwillige Helfer der Volkspolizei. Heute heißen sie Bürgerwehr. Aber selbst in diesem Unrechtsstaat „DDR“ hatten sich die Genossen an folgende Vorschriften zu halten:

  • stetige Diszipliniertheit und korrektes Auftreten
  • besonnenes und überlegtes Handeln
  • Beginn und Beendigung jedes Gesprächs mit Gruß (linke Hand an die Schläfe)
  • grundsätzliche Anrede des Bürgers mit  „Herr“, „Frau“, „Fräulein“ aber auch „Genosse“
  • bei selbstständigem Tätigwerden sich mit dem Ausweis für freiwillige Helfer ausweisen
  • Belehrungen waren verständlich und höflich zu erteilen
  • vorrangig Kinder und gebrechlichen Personen jede mögliche Unterstützung und Hilfe gewähren (z. B. beim Überqueren einer vielbefahrenen Straße ohne Fußgängerüberweg)
  • durch eigenes korrektes Verhalten und Handeln das Vertrauensverhältnis zu den Bürgern zu festigen und sich dadurch auch ihre Unterstützung und Mitwirkung zu sichern
  • Stillschweigen gegenüber unbefugten Dritten über dienstliche Angelegenheiten zu bewahren.

Von solchen Regeln sind die Herrschaften auf Breitscheidplatz meilenweit entfernt.  Eher sorgen die s.g. Sicherheitsorgane durch ihr sehr unfreundliches Verhalten für einen noch schlechteren Ruf der Berliner Polizei und auch der Kirche. Wer wird schon gerne bei der kleinsten Gesetzesübertretung (z.B. ein unachtsam weggeworfenes Papier, spielen mit einem Ball vor der Kirche, radeln auf dem Bürgersteig) patzig und frech behandelt? Aber genau dies scheint die Einstellung an diesem Ort zu sein. Hauptsache herrschen!

Rikscha fahren – immer ein Vergnügen.

Rikscha, Rikschafahrten, Rikschatouren

 

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