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Brot und Spiele

Leider muss ich meinen naiven Traum des letzten Eintrags – den Traum einer friedlichen Welt – bereits schon heute revidieren. Die Menschen werden voraussichtlich nicht klug genug sein um zu teilen, weil sie oft nicht gut genug informiert werden, damit sie sich klug verhalten können.

Wie die Tiere schlagen in Frankreich „Fußballfans“ und Menschen auf überall auf der Welt aufeinander ein. Die Angst vor terroristischen Anschlägen wird geschürt, aber gleichzeitig versagen die Sicherheitskräfte bei Gewaltausbrüchen von klar erkennbaren Hooligans. Lieber gehen Beamte auf wehrlose Demonstranten los, die gar nicht gewalttätig sein wollen. Bei der miserablen Bezahlung und dem hohen Risiko aber auch kein Wunder. Wenn es wirklich ernst wird ist niemand zu sehen. Ähnlich erleben wir es auch auf der Straße hier in Berlin. Die Ohnmacht der Polizei und der Justiz gegenüber dubiosen Mächten ist unübersehbar.

Wer aufmerksam ist, kann aber auch die ZENSUR der UEFA von Bildern der EM deutlich erkennen. Es wird sehr stark ausgewählt was wir sehen sollen und was nicht. Dabei geht es offensichtlich um den Wert der „MARKE UEFA“. Und alle spielen mit.

PROFIT der mächtigste Gott der heutigen Welt.

Wen kümmern schon Menschenrechte, soziale Ungerechtigkeiten, Machtmissbrauch, die Sorgen des Nachbarn, oder die eigene schlechte Bezahlung, solange man dabei selbst in Ruhe gelassen wird und (noch) einigermaßen klar kommt. Sündenböcke und natürlich ein geschöntes Weltbild mit großen Fußballveranstaltungen alle 2 Jahre helfen bei der Ruhigstellung des Gewissens. Und neue politische Kräfte haben es dann sehr leicht, die Presse (zu oft recht?) als Lügenpresse zu diffamieren und enttäuschte oder gescheiterte Menschen damit auf ihre Seite zu ziehen.

In meiner Straße demonstrierte neulich PEGIDA. Gut geschützt von unserer Polizei. Genau 10 Nachbarn fanden sich ein, um dagegen zu protestierten. Der Rest war die „schweigende Masse“, welche lieber aus ihren Fenstern zuschaute.

Am Schlimmsten empfand ich, dass ich von der Polizei massiv und körperlich am fotografieren gehindert worden bin. „Haben Sie einen Presseausweis?“ wurde ich gefragt, während ich selbst mehrfach abgelichtet worden bin. Aber die Beamten schauten demonstrativ nur in eine Richtung nämlich weg (von den „Dämonstranten“). Ich fühlte mich als Bürger von der Polizei sehr bedroht. Trotzdem versuchte ich von dem scheinbaren Wortführer der Einsatzgruppe – der mich weiterhin bedrohte – zu erfahren, warum die Polizei diese Naziveranstaltung so massiv schützen würde. Die Antwort war wie zu erwarten: „Was wurde hier denn Falsches gesagt? Sagen Sie mir einen Satz der hier rechtswidrig war?„. Der Herr wollte tatsächlich mit mir ernsthaft über die Gesinnung dieser Versammlung diskutieren…!?!

Seine Antwort und das Verhalten aller Polizisten genügten mir jedoch, um den Standpunkt der Polizei deutlich zu erkennen und zu verstehen. Gott sei dank gibt es aufmerksame Nachbarn die die heutige Technik nutzen, um seltsame Vorgänge zu dokumentieren. Was wurde wohl dem Mitarbeiter in der Currybude gesagt, als mein Nachbar von 8 Polizisten verhaftet und misshandelt wurde nachdem er ein Ei geworfen hatte? Warum wurde der Zeuge in den Wagen zurück geschickt und so offensichtlich vom Vorgehen der Beamten abgeschirmt?

Wie sagte einst ein bekannter Künstler auf seinem Balkon am Brandenburger Tor:

„Ick kann jar nich soville fressen, wie ick kotzen möchte..“

 Not und Spiele

Rikscha fahren – immer ein Vergnügen.

 

Rikscha, Rikschafahrten, Rikschatouren

 

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