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Brüssel – Berlin – EU… egal

Berlin hinkt viele, viele Jahre hinterher bei der Gestaltung und Anpassung geänderter Bedürfnisse im Straßenverkehr. Wahrscheinlich liegt es daran, dass die Planungen von gestandenen Autofahrern gemacht werden. So hoppeln wir hier auch über uralte Radwege oder müssen uns durch den supergefährlichen Verkehr kämpfen.

Ich gehe jedoch davon aus, dass neue Wege und womöglich auch neue Gesetze nichts daran ändern werden. Die verschiedenen Teilnehmer auf der Straße werden voraussichtlich genauso respekt – und rücksichtslos auf einander losgehen. Mehr als nötig scheint mir heute das Recht des Stärkeren zu gelten und in Anspruch genommen zu werden. Das bezieht sich nach meiner Wahrnehmung nicht nur auf die Autofahrer sondern gerne auch besonders auf Radfahrer, die mit Helm und ohne jeglichen Blick für die vorherrschende Situation mit Vollgas durch Menschenmengen oder an Fußgängern und anderen Verkehrsteilnehmern vorbeikacheln. Am krassesten sind Radler die sich ihren Weg freischubsen, weil sie dickköpfig auf ihr vermeintliches RECHT bestehen. Ein besonders guter Beitrag von der Realität sendete die Sendung KLARTEXT vom RBB. Wo Radfahren zur Mutprobe wird.

Sowieso sind die Schubladen gerade im Straßenverkehr nicht besonders gut geeignet die Charakterlosigkeit einer bestimmten Gruppe zuzuordnen. Eher schon zur Beurteilung des Charakters des jeweiligen Fahrzeugführers. Sehr oft herrscht der blanke Hass und wird auf der Straße ausgelebt. EILE und EGOISMUS scheinen mir die stärksten Gründe für das Massenphänomen Rücksichtslosigkeit zu sein. Sogar der ADFC und der Volksentscheid Fahrrad fordern gerne einmal schnellere anstatt sicherere Wege für die Zweitschwächsten in der Stadt. Aber wie schon der Sprecher des Senates Herr Gaebler (SPD) am Schluss des Beitrags sagt, ist Radfahren in Berlin als Alternative in den Köpfen immer noch nicht angekommen. Zu lange war und ist bis heute das Auto das „LIEBSTE KIND“ der meisten Deutschen. Sogar bei einer Unfallaufnahme der Polizei ist – laut ADFC – erfahrungsgemäß der Radler gerne mal automatisch schuld und die Beamten verhalten sich oft sehr subjektiv. Dann muss erst eine Gerichtsverhandlung mit vielen Zeugen her, um die Wahrheit zu ermitteln und die Täter angemessen zu bestrafen. Manche frisch vermählten Ehepaare sind aber schon mit der Ehe gestraft genug.

Da ist es gut, wenn sie gemütlich in der Rikscha sitzend, sicher und nett die Stadt kennenlernen und das meckern entspannt den Autofahrern überlassen können. Ha! 😉

Ein Unfallbericht

Rikscha fahren – immer ein Vergnügen.

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