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Christliche Nächstenliebe in der City

 

Vor dem KADEWE

 

„Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan. Was ihr für einen der Geringsten nicht getan habt, das habt ihr auch mir nicht getan.“ (Mt 25, 40+45)

Die immer größer werdende Armut in unserem Land lässt sich nicht mehr verstecken. Unter fast jeder Brücke liegen unterdessen Tag und Nacht Menschen und wohnen dort. Aber in der City-West wurde vom Klerus kräftig aufgeräumt.

Bereits vor einigen Monaten fühlte sich die neue „Pastorin“ der Kaiser- Wilhelm Gedächtniskirche in einem RBB-Bericht der Abendschau zu der Aussage genötigt, dass „die Essensausgabe am Montagabend für die Bedürftigen unserer Stadt vor der Tür unserer Kirche nicht mehr hierher passen würde, und diese doch lieber zur nahe gelegenen Bahnhofmission gehen sollen. Dort wäre ein angemessenes Umfeld für sie. So eine Schmutzecke ist vor dieser Kirche nicht mehr gewünscht.

In diesem Beitrag wurde auch bemängelt, dass die Essensempfänger gegen die Kirche urinieren würden. Das Management der Kirche sah sich nicht in der Lage die Klienten auf die im Keller des Foyers befindlichen WC`s hinzuweisen bzw. diese für die kurze Zeit der Ausgabe der Speisen zur Verfügung zu stellen. Lieber wird das s.g. Foyer bis heute ungenutzt leer stehen gelassen! Machen Sie sich gerne hier selbst ein Bild vom Verständnis dieser Gemeinde von dem christlichen Auftrag der Kirche.

Vor ca. 2 Jahren wurden von dieser Kirche auch den seit vielen, vielen Jahren ansässigen Selbsthilfegruppen die Räume gekündigt. Ebenso wurde die Berliner Stadtmission mit ihrer Anlaufstelle für Obdachlose entsorgt. Der historische Boden war den Verantwortlichen einfach wertvoller und war offensichtlich schützenswerter, als die Seelen der vielen  hilfesuchenden Menschen.

Seit kurzem wird nun für den Erhalt des historischen Gehwegbelags auf dem Podium rund um die Kirche Geld gesammelt! Auch wichtig. Die temporär dort aufgestellten Säulen zeigen die Geschichte dieses Gebäudes und des Platzes mit vielen interessanten Fotos. Allerdings stehen diese Säulen auch exakt dort, wo vorher die Bedürftigen montags ihr kostenloses Essen von der Berliner Tafel erhalten haben.

Nun ist hier alles alles schön sauber für unsere Touristen. Und genesene Süchtige die ihr Wissen dort über viele Jahre weitergeben haben oder Obdachlose am Montagabend stören auch nicht mehr das schöne Bild. Dafür gibt es dann vielleicht sogar noch ein weiteres Bundesverdienstkreuz; und zwar für eine saubere Stadtgestaltung und die optisch perfekt entsorgte Armut von Berlin.

Es gibt weiß Gott genug Armut und wirklich bedürftige Menschen in unserer Stadt. Deswegen überlegen Sie bitte genau wo und wofür Sie Geld spenden. Dafür erhalten sie in der Regel jedoch keine Urkunde und auch keine Namensnennung auf irgendeinem l(i)eblosen Stein, sondern höchstens eine Spendenbescheinigung.

Abschließend bleibt nur zu hoffen, dass unsere neue Regierung auch etwas mehr Geld für unsere Baudenkmäler ausgibt, so dass die Kirche sich dann nicht mehr vordergründig mit ihrem eigenen Hochglanz-Marketing, sondern mit ihren wirklichen Aufgaben beschäftigen kann.

1936 – Ein historischer Rückblick

Rikscha fahren – immer ein Vergnügen.

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