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Winterzeit

Plakat zum 10. Parteitag der SED in Leipzig 1981

Plakat zum 10. Parteitag der SED in Leipzig 1981

1980 – damals. Eine Generation vor unserer Zeit.

In beiden Teilen Berlins gab es den s.g. Berufsverkehr. Arbeiter fuhren zu nachtschlafender Zeit in die Fabrik. Spätestens um 7:00 Uhr war Arbeitsbeginn. Danach die Freizeit. Um Energie zu sparen wurde die Sommerzeit erfunden. Dadurch blieb es abends länger hell.

Nun ist es heute eher so, das die Geschäfte bis 22:00 Uhr geöffnet haben und der Mensch gerne länger schläft. Aldi macht erst um 09:00 Uhr auf und Karstadt sogar erst um zehn. Fabriken und sind in Berlin fast vollständig abgeschafft. Restaurants, Hotels, Agenturen und Medienkonzerne und viele andere Dienstleister sind die heutigen Arbeitgeber.  Niemand möchte sich mehr die Hände schmutzig machen. Das erledigen die Asiaten für uns. Dort sind die Voraussetzungen für Unternehmen eh viel günstiger.

Wegen den damit hierzulande vollkommen geänderten Gewohnheiten, plädiere ich für die dauerhafte Beibehaltung der Sommerzeit. Das erspart uns allen die regelmäßige nervende Zeitumstellung und schmeichelt unserem veränderten Lebensgefühl. Wenn dann auch  noch die Schulen eine Stunde später mit dem Unterricht beginnen, können die Lehrer und Schüler möglicherweise etwas ausgeschlafener und aufmerksamer Lehren und Lernen. Was sie dort lernen ist ein anderes Thema, aber zumindest könnten alle in Ruhe zu Hause  aufs Klo gehen, denn die (Schüler-)Toiletten in der Schule sind seit vielen Jahren/Jahrzehnten defekt.

Dafür bauen wir uns aber einen neuen Flughafen, ein Schloss, ein Opernhaus, Museen, Townhouses und luxuriöseste Eigentumswohnungen in zig Milliardenhöhe. Gleichzeitig werden Arbeitsplätze im großen Stil vernichtet. Handwerkliche Lehrstellen bleiben unbesetzt. Aber, Hauptsache wir sparen weiterhin fleißig Energie mit der guten, alten Sommerzeit…

Rikscha fahren – immer ein Vergnügen.

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