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Alltag in Paterson

Foto. Michael Schilling / Wikipedia

Foto: Michael Schilling

In unserer schnellen Welt scheinen nur noch außergewöhnlichste Dinge zu zählen. Wie viele Städte hast Du gesehen, wie weit bist Du gereist? Bist du hipp genug – und vor allem schön genug. Machst Du was aus deinem Leben, oder bist Du ein Langweiler und vertrödelst die Zeit? Hörst Du die richtige Musik, isst Du das richtige Essen? Bist Du politisch interessiert und stehst Du auf der richtigen Seite. Teilst Du auch alles brav mit völlig unbekannten Menschen im Internet im Kampf gegen die Unauffälligkeit?

Im neuen Film von Jim Jarmusch, zeigt uns der Regisseur sehr eindrucksvoll wie einfach das Leben in (hoffentlich noch) vielen Familien gelebt wird, wenn wirkliche Liebe im Spiel ist.

Ich habe die ganze Zeit darauf gewartet, dass etwas Schlimmes geschehen würde. Und wie wohltuend war es, das eben dies nicht geschah. Aber Jim war schon immer ein Meister in seinen Filmen eine „Art of heile Welt“ zu zeigen, die es sogar heute noch hier und da noch geben soll. Und es hat mich erschreckt, wie viel Angst ich im Kino hatte vor einer vermeintlich drohenden Katastrophe in dieser heilen Filmwelt. So manipuliert bin ich schon von dieser unechten Medienwelt – den Kriegstreibern, den Panikmachern!

Aber das ist auch kein Wunder, denn im Kino waren die Trailer vor dem Film bereits der pure Krieg! Und diese wurden in einer unerträglicher Lautstärke in unsere Köpfe gehämmert. In der Vormittagsvorstellung mussten 4 von den 7 Besuchern bereits Popcorn schmatzen während dieser leisen Poesie. Welcome USA. Welcome consumption.

Vielleicht gehen Sie lieber in ein kleines, liebevoll geführtes Kino, anstatt die großen Konzerne noch reicher zu machen. Dort herrscht noch ein bisschen der guten, alten Kinoluft.


Rikscha fahren – immer ein Vergnügen.

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