Blog-Archive

Tempo, Tempo

20170110_112718Wer in einer Großstadt wie Berlin lebt, begibt sich in ein System, welches sich ständig aber so schleichend und defus verändert, so dass man es kaum bemerkt. Jeder der aus dem Urlaub zurück in unsere Stadt kommt kennt dieses Gefühl, dass es hier eigentlich viel zu stressig und die Luft viel zu schmutzig ist. Aber dann passt man sich unmerklich ziemlich schnell und wieder an, und vergessen ist der Unterschied.

Neulich antwortete ein Mann in einem Interview auf die Frage was er mit einem Millionengewinn machen würde: „Irgendwo auf der Welt leben wo es schön ist.“ Auf Nachfrage wo dies sein könnte, sagte er: “ Egal. Irgendwo. Nur nicht in Deutschland.“ Es war augenscheinlich ein Durchschnittsbürger mit einer Durchschnittsmeinung.  Relativ sicher, satt und warm haben es die meisten hier, stimmt. Aber auch nett, respept- und liebevoll? Ist das System „Kapitalismus“ liebevoll zu den Menschen?

Offensichtlich leiden sehr viele Menschen hierzulande viel stärker unter der Herzlosig- und Lieblosigkeit dieses latenten Leistungsdrucks und der immer größer werdenden Ungerechtigkeit als sie zugeben wollen oder können… Also setzen alle wieder die Scheuklappen auf, schalten auf Turbo und machen noch schneller weiter als bisher, um bloß mithalten zu können. Freunde sammeln auf Facebook ist dann wieder angesagt. Bis zum nächsten Zusammenbruch. Die Burnout – Kliniken freuen sich schon.

HIER geht es zu dem Text der es noch einmal auf den Punkt bringt: Walkin The Dead.

Und HIER noch eine Anleitung für Neuberliner und Touristen.

Rikscha fahren – immer ein Vergnügen.

 

 


Dieser Beitrag wurde unter Tagebuch abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentare sind geschlossen.