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Hektikelektrik

Der Digitalexperte und Informatikprofessor Alexander Markowetz forschte über das Smartphone. Seiner Ansicht nach gleicht der Moment des „checkens“ einem Glücksspielautomaten und hat damit ein gewisses Suchtpotential. Was ist drin? Ist nichts drin? Dann vielleicht später. Wieder checken. 10 Jahre perfekte Ablenkung durch mobiles Internet. Glückwunsch Steve!

Aber auch eine gewisse Vereinsamung ist nicht zu leugnen. Die Menschen in Berlin haben sind abgewöhnt andere Menschen etwas zu fragen. Wer trotzdem Kontakt mit den Menschen sucht wird oft schräg angesehen. Denn das Smartphone gibt mir alles was ich brauche – außer natürlich lebendige Menschlichkeit.

Besser hätte sich George Orwell, aber auch die Diktatoren der Welt ein Vereinsamungsgerät nicht ausdenken können. Es gaukelt uns Verbundenheit mit den Menschen und der Welt vor, die es im Ernstfall nicht gibt. Und es hält uns auch oft ab, uns wirklich zu verbinden und die miesen sozialen Verhältnisse zu bekämpfen. Oder warum schweigen die  rund einer Million Leiharbeiter, 4,4 Millionen Hartz-IV-Empfänger, 2,5 Millionen Minijobber sowie 5,7 Millionen von Altersarmut betroffenen Rentner?

So daddelt jeder vor sich in und schaut im Minutentakt nach was es wichtiges Neues gibt in den Sparten Mode, Fun, Event, Musik oder anderen lebenswichtigen Dingen, die man auf keinen Fall verpassen darf. So lange es mich  nicht betrifft fliege ich einfach billig in die Weltgeschichte und tue so, als ob alles in Ordnung ist. Dann mache ich einen Blog auf und allet is schön.

Ein lieber Kollege hat sich bereits das T- Shirt gekauft, um zu versuchen einige Menschen auf sich und sein fundiertes Wissen über Berlin aufmerksam zu machen. Und vielleicht so endlich eine Rikschafahrt an den Mann oder die Frau zu bringen. Aber die Menschen gehen lieber mit gesenktem Kopf an uns, aber auch am HIER und JETZT vorbei…

 

Rikscha fahren – immer ein besonderes Vergnügen.

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