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Hektikelektrik II

Geplanter Fahrradparkplatz der CDU

Heute hörte ich in unserer klugen Hauptstadtsendung „Abendschau“ einen Teil des Ergebnisses der Klausurtagung der CDU. Man rühmte sich der Ergebnisse und – dass sogar ein Mitglied des ADFC anwesend gewesen sei. Und man hat ein vollkommen neues und gerechtes Verkehrskonzept erarbeitet, ohne Gruppen vonVerkehrsteilnehmern zu benachteiligen. Klingt und gut.

Nun frage ich mich natürlich woher diese Partei den Platz für ALLE nehmen möchte. Können die vielleicht zaubern?  Die Lösung ist aber denkbar einfach. Es werden einfach keine neuen Radwege gebaut, die Autobahn verlängert und dem Zuliefer- und Individualverkehr mit Autos der Vorrang auf den Hauptstraßen gegeben, damit die Wirtschaft weiter florieren kann. Feinstaub gibt es nicht. Die Fahrradfahrer sollen laut diesem Konzept einfach in den Nebenstraßen fahren.

In Anbetracht der Aggressivität und Ignoranz vieler Autofahrer gegenüber den schwächeren Zweiradfahrern, ist es vielleicht gar nicht mal so schlecht zu kapitulieren und sich zurückzuziehen. Ich nehme privat und auch beruflich schon immer  Nebenstraßen wenn es sich anbietet. Ich habe einfach keine Lust auf den Krieg auf der Straße und die krassen Bedrohungen der Autofahrer. Und meistens ist es dort auch noch hübscher, aber immer RUHIGER dort zu fahren.  Dort bin ich (meistens!) geschützt vor den Anfeindungen der Autofahrer. Aber auch Radler, benehmen sich oft sehr rücksichtslos untereinander. Besonders, wenn man nicht schnell genug fährt oder einfach nur gemütlich unterwegs sein möchte.

Der tragischste Vorwurf den ich mir einmal auf der Rikscha anhören musste lautete: „Du bist ja auch entspannt!“ Lustig, wenn es nicht ernst gemeint gewesen wäre.

Dieses Konzept – LANGSAM – ist in einer Großstadt wie Berlin einfach nicht vorgesehen. Egal ob mit Auto, Rad, Bus oder Bahn. Wer sich im Verkehr bewegt hat sich gefälligst wie auf einer Rennbahn zu bewegen. Auch der ADFC  spricht sich für SCHNELLE Wege aus. Möglichst schnell, taktisch geschickt und oft auch durchaus rücksichtslos. Schnelligkeit ist wohl das wichtigste Parameter in unserer Stadt. Schon immer. Da machen die verschiedenen Verkehrmittel keinen Unterschied. Nur ist eben heute die Rücksichtlosikiet viel größer geworden. Es gibt sogar Rikschafahrer die  Schnelligkeit als Qualität ansehen.

Angekommen am Ziel kann man dann mindestens 5 Minuten länger „chillen“, arbeiten oder was auch immer… oder eben auch nicht. Man kann Verkehrstote eben auch als Kolateralschaden der Wirtschaft ansehen.

Sie haben bald die Wahl:

Zukunft wählen, oder zurück in die verkehrspilotischen 1960´er Jahre.

Ein toter Radfahrer 

auf dem Fahrradstreifen

Schwerverletzte

Tod einer Radlerin

Aber:  Rikscha fahren ist immer ein umweltfreundliches Vergnügen.

Früh übt sich…

 

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