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Moral II: Ehrlich währt am längsten?

Der RBB meldet: Mann gibt Goldbarren zurück. Ein 56-jähriger Hartz-IV-Empfänger gab den wertvollen Fund vollständig bei der Polizei ab.  Der Finder selbst lebt nur von ein paar hundert Euro im Monat – gefunden hat er Gold und Bargeld im Wert von mehr als 40.000 Euro.

„Das gehört mir nicht. Das habe ich nicht verdient, sondern ein anderer. Das steht mir nicht zu“, sagte Y. dem rbb. „Mein Herz hat mir gesagt, dass das Gold nicht meins ist.“

Durch Dokumente und weitere Gegenstände in der Mappe ließ sich der Eigentümer laut Polizei recht schnell ermitteln. Als dieser die Sachen dann wenig später im zentralen Fundbüro in Tempelhof abholte, erklärte der 70-jährige Rentner, dass er die Mappe beim Abschließen seines Fahrrads schlichtweg vergessen habe. Goldbarren, Silbermünzen und Bargeld im Wert von 40.000 gab Yakob Y. bei der Polizei ab.

Das Fundbüro wollte den genauen Betrag aus Datenschutzgründen nicht nennen. Zudem verdient es selbst übrigens an dem Gold ordentlich mit. Denn nach eigenen Angaben fällt auch für die Aufbewahrung, obwohl es nur wenige Stunden waren, eine Gebühr von zehn Prozent des Fundsachen-Wertes an.

Ganz leer geht der ehrliche Finder nicht aus: Ein Finderlohn von drei bis fünf Prozent des Wertes der Fundsache ist gesetzlich vorgeschrieben. Laut eigenen Angaben soll Y. gut 1.000 Euro erhalten haben.“ Zitat Ende.

Eine andere Behörde dürfte garantiert etwas dagegen haben das der Finder dieses Geld behalten darf. Dort wird es als einmaliges Einkommen angerecht und vom ALG abgezogen werden. So verdient der Staat ein zweites Mal an der Schusseligkeit des Eigentümers.

Es obliegt alleine dem Arbeitsamt, ob sie Ehrlichkeit schätzen und fördern möchte indem sie diese anerkennt oder nicht. Na, dann sind wir mal gespannt wie die zuständige Sachbearbeiterin entscheiden wird. Ob Sie wohl auch ein Herz hat, oder sich strickt nach dem Gesetz richtet? Der Leitspruch dieser Behörde lautet übrigens seit zig Jahren: „Fordern und Fördern.“ Ich vermute jedoch, dass die Abgabe bei der POLIZEI (mind. 13% Gebühren!) ein großer Fehler war. Besser für die Beiden, wäre mit Sicherheit ein direkter Kontakt gewesen – wie immer.

So bleiben dem Finder wohl nur die 1200 Karmapunkte erhalten!

Rikscha fahren – immer ein Vergnügen!

 

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