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Sommerferien

Besonders in den Sommerferien ist Berlin eine Reise wert. Da sind nämlich die nervigen Berliner im Urlaub. Diese Zeit genießen die daheim gebliebenen Einwohner sehr! Für Gäste gibt günstige Hotel- oder über AIRBNB günstige Privatzimmer. Ein Tagesfahrschein der BVG gibt es für 7 EUR, viele Attraktionen für umme und Party ohne Ende. Wer nicht auf Trickdiebe oder Hütchenspieler  😀  hereinfällt, kann hier so günstig wie nirgendwo sonst in Europa einige Tage eine lebendige Großstadt erleben.

Politisch jedoch findet eine massive Verdrängung von Menschen statt, die keinen Profit versprechen. Die Steglitzer Blindenwerkstatt wirft nicht genug Geld ab und wird geschlossen. Die Menschen dahinter in die Untätigkeit und Sinnlosigkeit entlassen. Niemand hilft. Kleine Hinterhof-Firmen, soziale Einrichtungen, kleine Theater oder Museen zahlen nicht genug Miete und deren Räume werden zu teueren Eigentumswohnungen umgebaut. Wohnraum wird heute nur noch als reines Kapital angesehen, auf Kosten vieler Mieter teuer saniert und dann viel teuerer weitervermietet.

Die Chefs von AIR BERLIN, der DEUTSCHE WOHNEN (Gewinn im ersten Halbjahr 2017: 672 Mio.), dem BER, der DEUTSCHEN BAHN, VW, oderoder… erhalten geile Gehälter und niemanden scheint es zu stören, dass sich diese Klientel auf Kosten der Allgemeinheit auf höchstem Nivea(u) bestens amüsieren können. In diesen Unternehmen lernt man von der Pieke auf die Wahrheit so lange zu verschleiern wie es nur eben geht.

So ist der gewöhnliche Berliner vielleicht selbst in der Welt als Tourist unterwegs und versucht diese Tatsachen schnell zu vergessen, um anschließend weiter zu kämpfen um bloß nicht auch ein Opfer dieser unmenschlichen Politik genannt „SOZIALE Marktwirtschaft“ zu werden. Nach erholsamen Tagen machen dann Zigtausende weiter. Gehen freiwillig zurück ins Hamsterrad um dort für den Mindestlohn gegen die eigene Entsorgung anzukämpfen. In diesem Millieu bleibt keine Zeit übrig für Protest. Dann tritt wieder der Alltag ein in Berlin und die Oberschicht in Schöneberg, dem Prenzlauer Berg oder im Grunewald lacht sich ins Fäustchen und kann wieder wie gewohnt herabschauen auf die doofen Maloocher. Diese Herrschaften kaufen einfach die nächsten Wohnungen z.B. am Potsdamer Platz, steigen anschließend in den Privatjet und fliegen auch die nächsten 20 Jahre von TEGEL nach Mallorca um dort Fisch zu fressen. Bis zum letzten Fisch…

Aber Rikscha fahren ist immer ein besonders Vergnügen!

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