Blog-Archive

War ja nicht alles schlecht

Foto: RBB Kerstin Breining 19.08.2017

 

So sagt der gemeine Ostberliner, aber auch der gute, alte Nazi. Gestern haben sich immerhin gute 1.000 Menschen in Spandau eingefunden, um aktiv gegen einen Gedenkmarsch unserer paar offiziellen Nazis mutig entgegen zu treten. Es bedarf jedoch einer guten körperlichen und geistigen Gesundheit um dies zu tun, denn Zitat: „man muss schon fit sein, um diese Nazigesichter zu ertragen“. Leider bin ich dafür nicht mehr fit genug.

Außerdem sind da auch noch hunderte Polizisten die sich ausschließlich auf den Schutz dieser Gesellen konzentrieren müssen, da unsere Gesetze solche Aufmärsche nicht verhindern wollen. Sind aber einige Prominente auf der Seite der Gegner anwesend, so hält sich die Polizei mit ihren unangemessenen Aktionen gegen diese zurück.

Der gestrige Marsch durch Spandau galt dem Obernazi Rudolf Hess der vor 30 Jahren im Gefängnis in der Wilhelmstraße umgebracht worden ist. Dass unterstellen zumindest die ewig gestrigen Idioten. Dieser hatte jedoch mit 92 Jahren endlich Selbstmord begangen.

In Berlin gibt es viele geschichtsträchtige Orte. Die Wichtigsten wurden zum Glück abgerissen, da der Senat zu Recht einen Nazitourismus dorthin erwartet hatte. Noch immer werde manchmal ich von – meistens amerikanischen – Touristen gefragt wo der FÜHRERBUNKER zu besichtigen wäre… Wer sich für dieses Desaster interessiert kann sich entweder bei der Topographie des Terrors, oder neuerdings auch im Bunker in der Anhalterstr. informieren. Dort kann man aktuell die Ausstellung: „Wie konnte es geschehen“ betrachten. Die Zeitzegen sind bereits fast vollständig gestorben.

Ich selbst wurde von kriegstraumatisierten Eltern aufgezogen. Mein Vater musste mit 16 Jahren in den Krieg ziehen, meine Großmutter wurde tatsächlich und meine Mutter vermutlich vergewaltigt. So etwas erlebt niemand unbeschadet. So war wohl die gesamte Jugend dieser Kriegsgeneration in Europa für immer durch diesen Krieg geschädigt.

 „It takes 7 generations before war is out of the system“

Aber Rikscha fahren ist immer ein besonderes Vergnügen.

Dieser Beitrag wurde unter Tagebuch veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentare sind geschlossen.