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Die Polizei – dein Freund und Helfer

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Neulich jonglierte ich bei der Anti-Abtreibungs-Demo am Brandenburger Tor zwischen einem Polizeiwagen, der den Radweg blockierte und einem auf dem Gehweg abgestellten COUP-Roller hindurch. Um bloß nicht den Polizeiwagen zu berühren achtete ich mehr auf diese als auf die andere Seite. Dann geschah es: Ich touchierte den Roller mit der Achse meines Hinterrads und beschädigte dabei den Reflektor am Nummernschild. Das 2,95 € – Teil brach entzwei. Das war besonders ärgerlich war, weil ich vorher in Erwägung gezogen hatte den Roller etwas zur Seite zu bewegen, damit genau dies nicht geschehen würde.

Jetzt jedoch stand der fleißige Polizist aus dem falsch geparken Polizeiwagen bereits neben mir. Er hatte offensichtlich hellseherische Fähigkeiten und war schon zuvor ausgestiegen um sich nun der Sache anzunehmen. Er bezichtigte mich barsch einen SCHADEN verursacht zu haben und war im Begriff einen Steifenwagen herbeizurufen um den Unfall polizeilich aufnehmen zu lassen. Auf meinen Einwand, dass ich durchaus in der Lage sei den verursachten Schaden ohne seine Hilfe zu begleichen, da es sich ja um ein Mietfahrzeug der Firma COUP handelte würde, belehrte mich lautstark, dass ich diese Sache nicht auch noch bagatellisieren solle. Immerhin hätte ich ja einen Schaden an einem fremden Fahrzeug verursacht. Zuerst müsse ich beweisen, dass ich gewillt sei den Schaden zu begleichen.

Der sehr freundliche Herr am anderen Ende der Leitung von COUP war pfiffig genug um schnell zu begreifen worum es ging. So nahm er meine Personalien auf und versprach mir, die Sache schnell und unbürokratisch per Rechnung zu erledigen. Aber diese Rechnung hatte er ohne den Polizisten gemacht.  Denn dieser spielte sich weiterhin als Richter und Retter der Gerechtigkeit auf, ohne zu reflektieren, dass er mich mit seiner Aktion latent als unehrlichen Menschen hinstellte. Zum guten Schluss erklärte er mir auch noch mehr als flüssig – also überflüssigerweise, dass bei einer Weiterfahrt meinerseits eine Anzeige wegen Fahrerflucht durch ihn auf mich zugekommen wäre und die deutschen Richter in so einer Sache hart durchgreifen würden.

Schade, dass manche Menschen Radfahrer gerne AUTOmatisch als minderwertig ansehen und entsprechend behandeln müssen. In der Nazizeit galten Radfahrer als Hindernis für den Autoverkehr und sollten von der Straße vertrieben werden. Wieso kommt eigentlich noch immer an so vielen Stellen in unserer Gesellschaft dieser uralte Geist defus oder sogar offen zum Vorschein?

Inter nett tanz eige der Polizei Berlin

Am nächsten Tag fuhr ich zur Zentrale des Unternehmens in der Friedrichstraße. Dort hatte der Fall des übereifrigen Polizisten bereits die Runde gemacht. Man bedankte sich bei mir, dass ich sofort eine Reparatur durchgeführt hätte, damit sei die Sache erledigt! Nach einem leckeren Café mit dem Telefonmitarbeiter des Callcenters und nach der Beendigung der Lachanfälle, setzten wir alle unser Tagesgeschäft fröhlich fort. 12 Jahre (fast) unfallfrei. Ein Sachschaden in 12 Jahren – na das geht ja noch… Muss gleich mal Herrn Paege von der Zürich anrufen 🙂

Gut, dass es so aufmerksame und fleißige Polizisten gibt! Damit hat dieser Beamte wieder einmal glänzend zur Vertauensbildung zwischen der Bevölkerung und der Berliner glänzend beigetragen. So fühlt man sich gleich viel sicherer und beschützter in Berlin.

Aber ansonsten macht Rikscha fahren wirklich großen Spaß!

Oder aber Sie nutzen einfach mal die spaßigen Fahrzeuge von „Coup“

 

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