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Paradies Berlin

Foto: Senatsverwaltung

Nun ist es raus. Berlin wird in den nächsten Jahren zu einem Menschen-, Fahrrad und Naturparadies umgebaut. Überall wird es sichere Radwege geben. Autofahrer werden ab sofort Rücksicht auf die schwächeren Verkehrteilnhmer nehmen. Die Polizei wird von neuen, gut ausgebildten, klugen Beamten verstärkt. Der Autoverkehr nimmt deutlich ab, weil die Öffis nun kostenfrei sind. Die Dealer vom Görlitzer Park werden integriert. Nun  können auch die Schulen saniert und neue, günstige Wohungen gebaut werden. Jetzt wo die Obdachlosen entsorgt sind, ist auch wieder der Tiergarten sauber und ordentlich. Das Personal des Grünflächen- und Ordungsamtes ist entsprechend aufgestockt worden. Die Busfahrer der BVG sind freundlich geworden und sagen: „Bitte sein Sie doch so nett und treten den den Türen zurück. Sonst schließen sie nicht und wir wollen doch alle bald weiterfahren, nicht wahr?“. In den Bussen werden Duftbäume aufgehängt. Termine beim Bürgeramt sind unverzüglich wieder kurzfristig erhältlich. Menschen achten nun aufeinander und lassen einem gerne auch dort den Vortritt. Fremde Menschen umarmen sich ohne Grund.

Kurz –  Vernunft, Anstand. Liebe  und Weitsicht sind zurückgekehrt in unsere Stadt. Wie ist dass alles möglich geworden? Nun, es sind einfach die Außenstände der reichsten Steuerbetrüger eingefordert und auf die öffentlichen Kassen verteilt worden. Damit ist die Angst vor wirtschaftlicher Ungewissheit geschwunden. Gelassenheit kehrt ein, oder?

Hier der Text zum Tage:

 Der Krisenkurs interveniert als politische Methode der Verwaltung der Bevölkerung. Nur durch die permanente Umstrukturierung von allem – ob Organigramme oder Sozialhilfe, Unternehmen oder Stadtteile – lässt sich durch ständige Umwälzung der Existenzbedingungen die Inexistenz der gegnerischen Seite organisieren. Die Rhetorik der Veränderung dient dazu, jede Gewohnheit zu zerstören, jede Bindung zu lösen, jede Sicherheit  zu erschüttern, jede Solidarität zu vereiteln, eine chronische existenzielle Unsicherheit wach zu halten. Sie entspricht einer Strategie, die wie folgt beschrieben werden kann: »Durch die permanente Krise jede tatsächliche Krise verhindern. «Auf den Alltag übertragen, ähnelt dies der bekannten Praxis der Aufstandsbekämpfung durch »Stabilisierung mittels Destabilisierung «, in der die Macht absichtlich Chaos provoziert, damit die Ordnung wünschenswerter erscheint als die Revolution. Ob im Mikromanagement oder in der Verwaltung ganzer Länder, die Bevölkerung wird in einer Art von permanentem Schockzustand gehalten, der sprachlos macht und Verlassenheitsgefühle weckt, woraufhin man mit jedem Einzelnen nahezu alles machen kann, was man will.
Aus: Unsichtbares Komitee an unsere Freunde

Sitzgruppen statt doofe Parkplätze.

Integrierte Dealergruppe Foto: DPA

Justizsenator Weinstein Foto: Imago

Auch für Hugo ist gesorgt.

Nur noch nette Menschen I

Nur noch nette Menschen II

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