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Es brennt in Berlin…

…an allen Ecken und Enden. Die vor vielen Jahren verordnete Sparpolitik rächt sich nun überall. Besonders in Berlin.

Seit 3 Wochen stehen nun die Feuerwehrleute rund um die Uhr vor dem Berliner Rathaus am Alexanderplatz, wollen auf die Mißstände hinweisen und vor allem endlich Verbesserungen erreichen. Es geht um die FEUERWEHR. Genauso schlecht dürfte es in fast allen städtischen Einrichtungen und Behörden aussehen. Seit vielen, vielen Jahren wird in Berlin auf Verschleiß gefahren. Das sehen nur die wenigsten Touristen die am Fernsehturm anstehen.

Berlin platzt aus allen Nähten, aber die Infrastruktur wächst einfach nicht mit. Stattdessen wurde genau das Gegenteil getan. Wohnungen aus Senatsbesitz verkauft, Stellen gestrichen wo es nur ging. OUTSOURCING war das Zauberwort. Bei der BVG wurden Altverträge gegen hohe Abfindungen aufgelöst. Nun fahren die Busfahrer für die Hälfte des Lohnes in einer Schwesterfirma allerdings oft ohne nenneswerte Ortskenntnisse. Schon öfter musste ich dem Fahrer den Weg erklären, wenn er die Wendemöglichkeit nach der Glienicker Brücke verpasst hatte, oder eine neue Baustelle den Weg versperrte. Kein Scherz! Aber dafür sind diese armen, ausgebeuteten Menschen meistens lustiger und freundlicher als die Stammbelegschaft.

Wenn systematisch die Löhne gedrückt und die Stellen verknappt werden, geschieht logischerweise, was geschehen muss im System Angebot und Nachfrage. Nun ziehen Kämpf und menschliche Härte ein. Um dies zu kaschieren werden ganze Branchen mit IMAGEFILMCHEN aufgehübscht – so lange bis der vereinsamte Konsument dies für bahre Münze nimmt und sich in sein vermeintlichem Schicksal fügt.

Früher standen die Arbeitslosen vor jede Woche vor dem Arbeitsamt  um ihr Geld zu abzuholen. Heute wird es überwiesen. Die Menschen können einfach vor den Fernseher sitzen bleiben.  So gibt es die Möglichkeit des Austausches, eines Arbeitskampfes nicht mehr. Nun schauen alle hübsche Werbefilme im Internet und lachen auch noch über diesen Sarkamus auf ihre Kosten.

Bis es zu Hause einmal brennt oder der Notarzt nicht mehr rechtzeitig kommt… Dann rächen sind die Energiesanierung des Hauses mit einer leicht brennbaren Fassade oder die Krankenhausschließungen der letzten Jahrzehnte.

Möchte man etwas ändern, muss an auf die Straße gehen. Wir haben das früher getan. Aber es ist wohl aus der Mode gekommen – außer bei so wichtigen Dingen wie der Volksbühne… Aber immerhin ist das ein Beweis, dass es funktionieren kann mit dem Widerstand. Leider nicht immer zum Besseren. Und leider wieder auf unser aller Kosten. Wenn Beamte Kunst machen wollen…

PS. In den aktuellen Tarifverhandlungen in Potsdam weigern sich die Arbeitgeber – vertreten durch Herrn Seehofer – den Arbeitern im Niedriglohnsektor des öffentlichen Dienstes 200 € mehr zu bezahlen. Dieses Geld würde von den Meisten dringend benötigt, um nicht weiterhin aufstocken oder einem Zweitjob nachzugehen zu müssen. Lieber möchte man aber die anderen Gehälter erhöhen um die Fachkräfte zu halten bzw. Bewerber anzusprechen. Dass ist die Realität in der Hauptstadt. Mal sehen was heute verhandelt werden wird… Die Pfleger holen wir dann einfach aus Albanien

Aber bei einer Rikschafahrt erfahren Sie nicht nur dies!

 

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