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Die Würde des Menschen ist unantastbar – eigentlich.

Seit 95 Jahren gibt es den Flughafen Tempelhof in unserer Stadt. Er ist weltberühmt. Davor steht das Luftbrückendenkmal und erinnert an die ebenso weltberühmte Hilfsaktion der Amerikaner genau vor 70 Jahren.

Schon 10 Jahre steht das einst größte Gebäude der Welt mit seinen 308.000 m² Nutzfläche nun fast ungenutzt in Berlin herum. Genau wie viele andere Häuser die sich im Besitz des Senates befinden. Sogar das Theater am Potsdamer Platz steht leer, weil es vom Betreiber kommerziell nicht ausreichend bespielt werden kann.  Auf dem Vorfeld jedenfalls ist der größte Park Berlins entstanden, der von unflexilben, unterbezahlten Menschen strengstens bewacht wird.  Die Berliner*innen nutzen diese große Freifläche aber trotzdem zahlreich für ihre Freizeit. Mit großem Vergnügen werden dort sämtliche Freizeitaktivitäten die es so gibt vollführt.

In Sichtweite gibt es einen Zaun. Dieser Zaun schließt dort seit langem die dort zu Tausenden untergebrachten Flüchtlinge ein. Über die größte Flüchtlingsunterkunft  Berlins gibt es nun einen beeindruckenden Dokumentarfilm. Er berichtet über die Zustände in einer Massenflüchtlingsunterkunft, über die Beweggründe für eine lebensgefährliche Flucht über das Meer und über die Wünsche und Träume dieser Menschen. Unsere Bevölkerung interessieren diese Hölle und ertrinkende Menschen im Mittelmeer nur am Rande. Abgrenzen und abschieben – Angst verbreiten ist der Tenor. Viel aufregender aufbereitet und ausführlichst berichtet wurde lieber über die in einer Höhle eingeschlossenen Kinder und deren Rettung in Thailand oder über die Fussball-WM!

Den Gipfel des Zynismus erklomm nun unser aktueller Innen- und Heimatminister, der passend zu seinem 69. Geburtstag die Abschiebung von eben 69 Menschen verbal feierte. Dazu fehlen mir die Worte. Aber die hatte heute der Kommentator von Radio Eins.

Danke dafür!

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