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Scenes of Migration

Klingelhöferstraße 8

Während sich gestern die großen Kinder der Koalition weiter gestitten haben und dabei jede Menge Journalisten vor der Türe der CDU-Zentrale stundenlang auf ein Ergebnis warten ließen, wurde tagesaktuell ein sehr passendes Theaterstück direkt an der Weltzeituhr des Alexanderplatzes auf geführt. Die Veranstalter hatten sich spontan entschlossen den Ort der Aufführung von Hohenschönhausen an den Alex zu verlegen, um damit – gerade an diesem Tag – auf die Inhumanität von Europa hinzuweisen.

Eine wunderbare Inszienierung, die gerade ohne Kulissen beeindruckensd daher kam. Leider nicht gerade stark beachtet. Höchstens 50 Menschen sahen zu. Die meisten Touristen haben es halt eilig. Foto machen und weiter…

Nur ein sehr verbissener Mensch musste sich  –  nach meinem Hinweis auf meine Sichtachse gleich ein zweites Mal ohne Not – trotzig wie ein Kind – mit verschränkten Armen und gespannt wie ein Flitzebogen in meine Sichtachse stellen. Damit zeichnete er unbewußt ein wunderbares Bild unserer Gesellschaft, die im Großen Menschlichkeit fordert, aber schon im kleinen, eigenen Umfeld völlig versagt. Viele unreflektierte Menschen sehen halt noch immer gerne lieber die Splitter im Auge des Anderen und übersehen das eigene Brett vor dem Kopf.

Szene I

Szene II

Szene III

Szene IV

Lieblos

Eigenes Brett

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