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Bedingungunsloser Feiertag

Ein furchtbarer Sturm kam auf. Der Orkan tobte. Das Meer wurde aufgewühlt und meterhohe Wellen brachen sich ohrenbetäubend laut am Strand. Nachdem das Unwetter langsam nachließ, klarte der Himmel wieder auf. Am Strand lagen aber unzählige von Seesternen, die von der Strömung an den Strand geworfen waren. Ein kleiner Junge lief am Strand entlang, nahm behutsam Seestern für Seestern in die Hand und warf sie zurück ins Meer. Da kam ein Mann vorbei. Er ging zu dem Jungen und sagte: “Du dummer Junge! Was du da machst ist vollkommen sinnlos. Siehst du nicht, dass der ganze Strand voll von Seesternen ist? Die kannst du nie alle zurück ins Meer werfen! Was du da tust, ändert nicht das Geringste! ”Der Junge schaute den Mann einen Moment lang an. Dann ging er zu dem nächsten Seestern, hob ihn behutsam vom Boden auf und warf ihn ins Meer. Zu dem Mann sagte er: “Für ihn wird es etwas ändern!”

gefunden in: Porter, Patrick: Entdecke dein Gehirn, Junfermann, 1997; Geschichte gekürzt und überarbeitet

Volker Ludwig, Jahrgang 1939, Gründer des GRIPS-Theaters, sagte am 4. Mai in der Berliner Zeitung folgendes:

Welche Erinnerungen haben Sie an die eigene Kindheit?
Den Krieg erlebt zu haben, das prägt einen Menschen. Ich freue mich noch heute, wenn ich ins Bett gehe und Licht von der Straße ins Zimmer fällt. Das hängt mit der Verdunkelung zusammen, die während der Bombennächte in der Nazidiktatur befohlen war. Meine Mutter hat damals zu mir gesagt: „Im Frieden leuchten die Straßenlaternen so hell, dass man Zeitung lesen kann.“ Das war für mich ein Märchen.

Wie war es nach Kriegsende?
Wir sind 1948 nach Hamburg gezogen, da war ich zehn Jahre alt. Das Kriegsende war etwas Herrliches für mich. Überall um einen rum zogen die Leute depressive Gesichter, weil der Krieg verloren war. Ich habe nur gefragt: Ist das was Schlimmes? Wir Kinder haben in den Trümmern gespielt und Granatsplitter gesammelt, ich hatte 32 Stück und war stolz wie Bolle.

Rikscha fahren – immer ein Vergnügen.

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