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Mit dem Gecko spazieren gehen

Nunmehr lebe ich seit 60 Jahren in meiner liebgehassten Stadt, neuerdings als Grossvater. Noch immer denke ich, dass ich ganz gut Bescheid weiß und mit der Zeit gehe. Aber natürlich ist dem nicht so. Dazu habe ich einfach viel zu wenig Kontakt zur Jugend. Diese feiert seit Wochen zu hunderten in den Parks und kümmert sich einen Scheiß um Cororna. Genau wie sich die Bevölkerung kein bisschen um wirklichen Umweltschutz oder die Arbeitsbedingungen von anderen Menschen in Fleischfabriken, auf Spargelfeldern, in Krankenhäusern oder bei Paketzustellern interessiert. Einfach weitermachen wie bisher scheint die Devise zu sein. Gleichgültigkeit fast überall. Was kümmert uns die Welt. Hauptsache wir können billig reisen, billig wohnen (Scherz), uns billig einkleiden und billig essen. Somit sind fast alle Grundbedürfnisse befriedigt und das Volk bleibt ruhig.

Leider ist es durch die Vielfalt der Nachrichtenkanäle nicht mehr so einfach irgendeine Realität auszumachen. Dummdreiste Lügen und unbändiger Egoismus scheinen endgültig salonfähig geworden zu sein. Hauptsache die Oberfläche stimmt. Instagram, Twitter, Facebook und TikTok regieren und blockieren die meisten Gehirne so schnell und umfangreich wie noch nie. Der Protopyp an Frechheit ist wohl der amtierende weiße Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika.

So können wir nur noch hoffen und beten, dass es irgendwie weitergehen wird mit der Welt für ein lebenswertes Sein der Menscheit. Im besten Fall friedlich, klug und gerecht für ALLE Menschen. Ob jedoch das virtuelle Leben dazu beiträgt bezweifle ich stark, denn zeitgleich mit Corona werden zig alte Geschäfte und Institutionen in Berlin gerade abgeschafft.

Bye bye Karstadt auf der Müllerstraße, Filmtheater Coloseum, TXL, Barcomis in Mitte, Zitty, sicheres Schulsystem, gegenseitiger Respekt, Reisefreiheit zur Ostsee, Touristen in Berlin 🙂 , Formel 1, Fashon Week, Einkaufen mit frischer Atemluft, die Giraffe, Fernflüge, Refugees welcome, Geheimtipps und stilles Genießen ohne mit dem Foto angeben zu müssen, England, Spargel mit Schweineschnitzel, Féte de la musique, ein gepflegter Tiergarten, Maredo, Nachtleben, Deko Behrend, Sarah Wiener, wird fortgesetzt…

Ein Traum ist ein Traum ist ein Traum…

Und Rikscha fahren ist und bleibt ein sinnliches Vergnügen.

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