Tagebuch

Die Badesaison ist eröffnet

Schwimmbad Wilmerdorf

Seit heute können Menschen ohne Privatjet, ohne Pool im Keller oder im Garten auch wieder schwimmen gehen. Dafür wurde extra ein Hygienekonzept der Berliner Bäderbetriebe erarbeitet. Diese Regeln lauten für die 4 ab heute geöffneten Freibäder zusammengefasst wie folgt:

Eintritt nur mit Online-Ticket

Vor dem Besuch müssen Badegäste ein Online-Ticket für ein bestimmtes Zeitfenster buchen. Die Karten kosten einheitlich 3,80 Euro pro Besuch. Um Infektionen nachverfolgen zu können, werden Besucher um Name und Telefonnummer gebeten. Die Kassen der Bäder sind geschlossen.

Unterschiedliche Zeitfenster

Die Zeitfenster sind von Bad zu Bad unterschiedlich, in der Regel sind sie jedoch mehrere Stunden lang. Die Badezeit endet 30 Minuten vor dem Ende des gebuchten Zetfensters. Am Ende des Zeitfensters müssen die Besucher das Bad verlassen. Die Bäder schließen dann eine Stunde lang zur Reinigung und Desinfektion und öffnen anschließend für das nächste

Duschen zu – Toiletten geöffnet

Von einigen Ausnahmen wie zum Beispiel in Wilmersdorf abgesehen, bleiben Innenduschen und Umkleiden erst einmal geschlossen. Die Kaltduschen unter freiem Himmel dürfen genutzt werden – allerdings ohne die Verwendung von Seife und Shampoo. Außerdem sollen Badegäste einen Abstand von fünf Metern einhalten. Die Toilettengänge sind geöffnet – Badegäste sollen aber auch hier auf ausreichend Abstand achten.

Keine Spielereien

Zum Spielen und Toben sind die Bäder derzeit noch nicht wieder da: Spielplätze, Wasserrutschen und Sprungtürme bleiben geschlossen.

Plätze im Becken beschränkt

Nicht nur die Anzahl der Gäste auf dem Gelände ist beschränkt – es darf auch nur eine bestimmte Zahl von Badenden gleichzeitig im Wasser sein. Wenn das Becken zu voll ist, müssen Badegäste warten, bis ein Platz frei wird.

Sonnenbaden nur auf der Wiese

Rund um die Schwimmbecken ist in den meisten Sommerbädern das Sonnenbaden nicht gestattet. Die Liegewiesen sind jedoch geöffnet. Hier soll dann ein Mindestabstand von fünf Metern eingehalten werden.

Mit nur einigen Klicks erhält man sein persönliches CORONA-Ticket und schon ist der unbeschwerte Badespass garantiert. Um sicher ein Ticket zu erhalten sollte man allerdings einige Tage im Voraus reservieren. Das Ganze erinnert mich an die aktuelle Terminvergabe beim Bürgeramt und an die Zeit der Visabeschaffung zur Einreise in die DDR. Als West-Berliner*in musste man damals auch mindestens 3 Tage vorher ein Visum in einer der 4 Bretterbuden oder am Bahnhof Zoo beantragen. Wenn dann der Reisetag gekommen war konnte man ziemlich sicher sein, dass es regnen würde. Trotzdem habe ich mir jetzt ein Ticket gekauft. Immerhin hat dieses irgendwann einen musealen Wert.

Reportage DDR-Rundfunk 1964

Aber Rikscha fahren ist immer ein wunderbares Vergnügen.