• Tagebuch

    Schaumwolken über Berlin

    In Berlin wird gebaut. Ständig und Ewig. Seit Jahrhunderten. In diesem Jahr wird bereits die 2. große Baustelle endlich fertig, denn heute wurde der vollkommen überfüssige „Lückenschluss“ der U-Bahnlinie 5 eröffnet und die Betriebserlaubnis an die BVG übergeben. Wie immer zu solchen Anlässen gab es eine wie gewohnt gleichklingende, positive Berichterstattung der Medien. „Da sieht man wie sich das Rad dreht“. Besonders peinlich war jedoch der sehr provinziell gestaltete eigene Livestream der BVG. Dort hieß es, es gäbe einen „großen Ansturm“ ; Schaumwolken über dem Himmel von Berlin wurden angekündigt. Auch wurde von einer baldigen Amortisierung der 860.000.000 € Baukosten! für die Gesamtstrecke vom Alex zum Tor – natürlich erst…

  • Tagebuch

    Gedicht

    Liebeserklärung an eine fremde Stadt, die Stille nach dem Regen, den Geruch des Reisens. Wir vermissen die romantischen Straßen, andere Länder – andere Menschen, die Weite des Meeres. Erinnern uns an die Freiheit des Atmens, den Blick auf die Welt, die Kunst des Augenblicks. Erinnern die göttlichen Symphonien von Licht und Schatten. die friedlichen Zeiten. Melancholie. Sehen die Wolken am Himmel, hören die Musik im Herzen, spüren die Liebe der Natur. Vermissen das Weinen vor Glück!

  • Tagebuch

    Der Schmetterling oder der erste Schritt

    Heute wachte ich mit einem Radiobeitrag auf und hörte als erstes an diesem Tag den Schluss eines Beitrags auf Deutschlandradio Kultur der da lautete: „Sklaverei beenden ist Gottesdienst“. Darin wurde ein schönes Bild gezeichnet über die Wirksamkeit ein Vorbild zu sein; des Voranschreitens. Dort hieß es: Tun Sie etwas gegen Sklaverei. Achten Sie z.B. beim Einkaufen auf die Herkunft ihrer Produkte. Fangen Sie an. Irgendwo mit einer Sache. Bei der Schokolade, den Bananen oder dem Fleisch. Und dann fragen Sie vielleicht ihre Freunde warum Sie dies tun. Und dann fangen diese Menschen vielleicht auch an darüber nachzudenken. Vielleicht beim Kauf von T-Shirts oder dem Holz für den Sarg der verstorbenen…

  • Tagebuch

    9. November

    Bevor heute manche Menschen dem Geschehen am 9. November 1938 gedenken, wurde gestern mit einer bewegenden Ansprache einem anderen Heiligtum gehuldigt. Dem Flugverkehr. Schon tagelang wurde in unserem kleinen, lokalen Sender RBB von dort berichtet; vom „Flughafen der Herzen“ gesprochen. Das sehen viele Menschen aus der Einflugschneise bestimmt ganz anders. Die Berichterstattung erschien doch in etwas in die Jahre gekommen; so wie dieser Ort selbst. Hier der letzte Akt der Schließung vom „Flughafen der kurzen Wege“ Nicht ganz so belanglos aber dafür sehr gut nachzuverfolgen ist „Ihr letzter Weg“ . Der Weg auf dem 30.000 Jüdinnen und Juden – von der Bevölkerung vollkommen unbemerkt – quer durch Moabit in die…