Tagebuch

Aktuelles von den Berliner Straßen und Plätzen vom Rikscha-Piloten.

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    Gedicht

    Liebeserklärung an eine fremde Stadt, die Stille nach dem Regen, den Geruch des Reisens. Wir vermissen die romantischen Straßen, andere Länder – andere Menschen, die Weite des Meeres. Erinnern uns an die Freiheit des Atmens, den Blick auf die Welt, die Kunst des Augenblicks. Erinnern die göttlichen Symphonien von Licht und Schatten. die friedlichen Zeiten. Melancholie. Sehen die Wolken am Himmel, hören die Musik im Herzen, spüren die Liebe der Natur. Vermissen das Weinen vor Glück!

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    Der Schmetterling oder der erste Schritt

    Heute wachte ich mit einem Radiobeitrag auf und hörte als erstes an diesem Tag den Schluss eines Beitrags auf Deutschlandradio Kultur der da lautete: „Sklaverei beenden ist Gottesdienst“. Darin wurde ein schönes Bild gezeichnet über die Wirksamkeit ein Vorbild zu sein; des Voranschreitens. Dort hieß es: Tun Sie etwas gegen Sklaverei. Achten Sie z.B. beim Einkaufen auf die Herkunft ihrer Produkte. Fangen Sie an. Irgendwo mit einer Sache. Bei der Schokolade, den Bananen oder dem Fleisch. Und dann fragen Sie vielleicht ihre Freunde warum Sie dies tun. Und dann fangen diese Menschen vielleicht auch an darüber nachzudenken. Vielleicht beim Kauf von T-Shirts oder dem Holz für den Sarg der verstorbenen…

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    9. November

    Bevor heute manche Menschen dem Geschehen am 9. November 1938 gedenken, wurde gestern mit einer bewegenden Ansprache einem anderen Heiligtum gehuldigt. Dem Flugverkehr. Schon tagelang wurde in unserem kleinen, lokalen Sender RBB von dort berichtet; vom „Flughafen der Herzen“ gesprochen. Das sehen viele Menschen aus der Einflugschneise bestimmt ganz anders. Die Berichterstattung erschien doch in etwas in die Jahre gekommen; so wie dieser Ort selbst. Hier der letzte Akt der Schließung vom „Flughafen der kurzen Wege“ Nicht ganz so belanglos aber dafür sehr gut nachzuverfolgen ist „Ihr letzter Weg“ . Der Weg auf dem 30.000 Jüdinnen und Juden – von der Bevölkerung vollkommen unbemerkt – quer durch Moabit in die…

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    RTL II

    Bei meinem kürzlichen Krankenhausaufenthalt schlief ich die erste Nacht ganz alleine in einem Doppelzimmer. Gut für mich und den noch nicht anwesenden Bettnachbarn, denn meine Schmerzen waren noch nicht durch Tilidin betäubt worden und ich jammerte und stöhnte die ganze Nacht. Am nächsten Morgen kamen dann die richtigen Schmerzmittel und Manni. Manni war ein einfacher und netter Mann aus Pankow mit einer frisch operierten, linken Hand. Er war über ein Dreirad im Kindergarten gestolpert, wo er als Rentner als Hausmeister-Minijobber schaffen muss, weil die Rente nicht ausreicht. Wir hatten sofort einen guten Draht zueinander und er erzählte mir und der ganzen Station sein ganzes Leben, denn er hatte seine HÖRGERÄTE…

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    Love or hate

    Neulich wurde sehr deutlich im Fernsehen gezeigt was für Menschen wir bräuchten um den momentanen Hass in der Gesellschaft einzudämmen. Der Philosoph R.D. Precht hat es in knapp 20 Minuten unbeabsichtigt geschafft einer bekannten Medienfrau ihre neutral-seriös-kompetente Maske zu entreissen. Aber auch andere Menschen zeigen mit ihrer Geschichte wo wir zur Zeit stehen und wohin wir uns entwickelt haben. So kann ich jedem das Buch „Jeder Krüppel ein Superheld“ von Christoph Keller wärmstens empfehlen ohne es selbst gelesen zu haben. Hier ein Auszug eines Gespräches mit ihm im Radio: „Das ist ein Biest das davon lebt, dass man dauernd von ihm redet, dass man seinen Namen nennt. Alle Sekunde lang…

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    Camping in Berlin

    Als West-Berliner hatte ich das große Privileg mit meinen Eltern das Wochenende in einem Wohnwagen am Wannsee verbringen zu dürfen. In Berlin so einen Stellplatz am Wasser zu haben glich einem Hauptgewinn im Lotto. In den Sommerferien fuhren wir dann meistens nach Dänemark nach Fyn. Deswegen bin ich auch mit den Regeln auf Campingplätzen bestens vertraut. Neulich habe ich im Internet als Fundstück der Woche einen Artikel gefunden der jungen Menschen die einfachsten Umgangsformen erklärt. Darin bekommen unsere Youngsters die Basics von Anstand und Rücksicht erklärt. Wie gut, dass es Menschen gibt die im Internet kostenfreie Nachhilfe in Erziehungsfragen geben. Zusammengefasst lauten also die wichtigsten Regeln wie folgt: Besser keine…

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    Möhrenstraße

    Da ist sie wieder – die Diskussion um den Namen dieser Straße. Mohrenstraße, Petersallee, Lüderitz, um nur einige Beispiele zu nennen wo es hakt mit der Umbenennung. Bereits im Jahre 2009 hatte Heidermarie Wieczorek-Zeul (SPD) eine Umbenennung erfolglos angeregt. Mit der Umbenennung der Straßen in Ost-Berlin wurde damals nicht lange gefackelt. Schwuppdiwupp waren Wilhelm-Pieck, Otto-Grotewohl, Clara-Zetkin, Dimitroff, Lenin, Engels, Karl-Marx-Stadt und störende Denkmäler aus der Zeit in der „DDR“ 😉 verschwunden. Bis die Mohrenstraße endlich aus dem Stadtbild verschwunden ist wäre eine Diskussion wünschenswert. So lange könnte diese Straße ja einfach wieder als Möhrenstraße gekennzeichnet werden. Kaufen Sie sich einfach kleine, schwarze Klebepunkte und legen Sie los… Dann können Sie…

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    Mit dem Gecko spazieren gehen

    Nunmehr lebe ich seit 60 Jahren in meiner liebgehassten Stadt, neuerdings als Grossvater. Noch immer denke ich, dass ich ganz gut Bescheid weiß und mit der Zeit gehe. Aber natürlich ist dem nicht so. Dazu habe ich einfach viel zu wenig Kontakt zur Jugend. Diese feiert seit Wochen zu hunderten in den Parks und kümmert sich einen Scheiß um Cororna. Genau wie sich die Bevölkerung kein bisschen um wirklichen Umweltschutz oder die Arbeitsbedingungen von anderen Menschen in Fleischfabriken, auf Spargelfeldern, in Krankenhäusern oder bei Paketzustellern interessiert. Einfach weitermachen wie bisher scheint die Devise zu sein. Gleichgültigkeit fast überall. Was kümmert uns die Welt. Hauptsache wir können billig reisen, billig wohnen…

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    Menschen im Hotel

    Berlin war schon immer ein Ort für Geschichten in den besten Hotels. Zahlreiche Filme zeugen von der großartigen Filmgeschichte unserer Stadt. Die größten Weltstars spielten in den Verfilmungen des Romans „Menschen im Hotel“ von Vicki Baum der 1929 erschien. Uraufführung des Bühnenstücks war im Januar 1930 im Theater am Nollendorfplatz. Den Wandel der Zeiten können Sie sehr schön gerade an den verschiedenen Nutzungen dieses altehrwürdigen Hauses ablesen. Den größsten Schritt in die Zukunft hat nun das alte/neue ADLON am Pariser Platz gewagt. Dort werden Sie von einen Prototypen eines Hubots empfangen. Er ist der alten Zeit nachempfunden und wurde mit den allerbesten, internationalen Umgangsformen programmiert. So sputet er in alter…

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    Nand Kumar und Prem Singh

    Corona weltweit. So ist die Lage in Indien bei unseren Kollegen und Mitmenschen. „Man könnte schmunzeln, aber dafür ist die Lage zu ernst“, meint der Kommentator im ZDF abschließend. Welche Lage meint er denn? Die Corona-Lage oder den Skandal, dass weltweit Millionen Menschen auch heute noch hungern müssen, während wir hier Klopapier und Seife und die Amis Schusswaffen horten? Rikscha fahren – immer ein Vergnügen.

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    Shutdown

    Nun hat auch die letzte kulturelle Einrichtung geschlossen. Hauptsache die Frisöre bleiben geöffnet! Die Gegenmaßnahmen sind: Rikscha fahren – immer ein Vergnügen.

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    Saison 2020- Die Zeitenwende

    Es gab eine Zeit vor Covid-19 und wird eine Zeit danach geben. Aber zur Zeit schaut auch die Berliner Tourismusbranche zunächst einmal der kommenden Saison mit großer Sorge entgegen. Wie es aussieht, wird diese wohl komplett ausfallen. Zunächst einmal meldet die Berliner Zeitung aber dies: Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) bleibt wegen eines Kontakts zu einem möglicherweise mit dem Coronavirus Infizierten vorerst weiter zu Hause in Ingolstadt. Es soll zunächst das Testergebnis der Kontaktperson abgewartet werden, wie Seehofers Sprecher Steve Alter der Nachrichtenagentur AFP am Dienstag sagte. „Wir rechnen damit, dass wir heute Abend mehr Klarheit haben.“ (AFP) Oder war Herr Seehofer nach Feierabend heimlich gegenüber in der Trompete feiern? Aber…

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    Nebel am Schlachtensee

    Frühmorgens. Der See liegt in dichtem Nebel. Je heller es wird, je heller wird auch meine Sicht auf den Zustand unseres Landes, und der ist wirklich erbärmlich. Warum sind die Rechten auch hierzulande so erstarkt? Begonnen hatte es nämlich nicht erst mit den Maßnahmen der SPD Anfang der 2000 er Jahre mit der Einführung von Hartz 4, womit die Spaltung der Solidargemeinschaft begonnen hat. Nein; begonnen hatte es mit der Treuhandgesellschaft, die nach der Wende ein ganzes Land und dessen Bevölkerung degradierte. Da hilft nur in die Natur gehen, der Stille lauschen, beten und atmen. Gut, dass wenigstens dort freundliche Menschen unterwegs sind und sich meistens lächelnd grüßen. Rikscha fahren…

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    Saisonende

    Nach dem „Festival of lights“ und der Zeitumstellung endet traditionsgemäß für die meisten Rikschafahrer die Saison. Reine Taxifahrten ohne nenneswerte Qualität sind aber auch im Winter zu haben. Die Rikschafahrer mit Anspruch hingegen arbeiten dann z.B. als Heizungsableser, auf den Weihnachtsmärkten oder machen einfach Pause und genießen die Zeit mit der Familie. Aber auch ein Jahr voller Nachdenklichkeiten geht zu Ende. Nachdenken über die Lokal- und Weltpolitik, die erneuten Kriege, und das eigene Verhalten. Habe ich mich so verhalten, dass ich die Ressourcen der Erde nicht über die Maßen beansprucht habe? War ich freundlich zu meinen Mitmenschen? Verhalte ich mich wirklich sozial? Bald kommt die Weihnachtszeit. Der immer wiederkehrende Konsum.…

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    Sicherheit

    Wegen möglicher Sicherheitsrisiken werden zukünftig die hinteren Sitze der SUV´s gesperrt. Durch die Reduktion des Gewichts dieser Autos wird der Reifenabrieb sowie der unangemessen hohe Kraftstoffverbrauch gemindert. Die Hoffnung sei, das Problem der Ressourcenverschwendung damit zu beheben. Ebenso wird an dem ständig wachsenden Egoismus mancher Bevölkerungsgruppen und deren Geltungsbedürfnis geforscht. Die Hoffnung sei, bereits in der frühen Erziehung auf ein sozial- und umweltbewußtes Handeln der Menschen einzuwirken. Dann könnten die bisherigen Techniken wieder freigegeben werden. Rikscha fahren – immer ein Vergnügen.

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    Lime on – Brain off

    Soso. Der Schnellschuss von unserem geliebten Herrn Scheuer hat auf Kosten der anderen Verkehrteilnehmer stattgefunden. Nun fahren die jungen Leute überall mit herum und haben Spaß! Gegen jede Regel! Unerhört! Aber: Es ist auch ein Vergnügen zu sehen wie einfach es ist, die Menschen mit einem neuen Spielzeug so richtig glücklich zu machen. Gleichzeitig ergibt sich damit aber auch eine wunderbare Übung für den Rest der Bevölkerung, nämlich Toleranz und Güte zu praktizieren. Nur Querulanten werden etwas dagegen unternehmen (wollen). Es ist wirklich erfrischend wieviel Fröhlichkeit einzieht in unsere Stadt mit so einer kleinen Sache. I love it! Weiter so Herr Scheuer. Aber wo bleibt die entsprechende Verkehrsstruktrur die dem…

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    Neusprech

    Neuprech heißt es in einem Buch. Spießer nennen es noch immer Jugendsprache. Eine Sprache die ausschließlich unter Jugendlichen gesprochen wird . Und auch nur in einem bestimmten Milieu. HIER können Sie sehen auf welchem Stand der Dinge es sich mit den Sprachgepflogenheiten verhält in unserem Lande. Ein Fest für Germanisten. Aber: In dem Maße wie wichtig heute das Äußere erscheint; es auf die Oberfläche ankommt, so furchtbar unwichtig scheinen heute die Rechtschreibung und jegliche Rechtschreibregeln zu sein. Ich finde es sehr spannend wie sich gerade sämtliche Medieninhalte verändern. Für mich ist es wie eine Art of „Vor- und Nach-Rezo-Zeit“. Plötzlich gelten vollkommen andere Gesetze und dabei sehen die „althergebrachten“ Parteien…

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    Schöne neue Welt

    Wer das Buch 1984 von George Orwell gelesen hatte, kann heute nur müde lächeln über die damalige Vorhersage einer Diktatur. Über die Naivität der heutigen Gesellschaft und die leichtfertige Gewöhnung an niedrigste Verhaltens- Lohn- und sonstige Standards kann der Autor dieser Zeilen jedoch nur weinen…  

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    Mädchen aus Ost-Berlin

    Manchmal habe ich Begegnungen, die tiefer gehen. So geschehen gestern vor dem neuen Mercedesplatz. Es ist wirklich gut, dass uns schon so lange die Mauer nicht mehr trennt! Bald sind es 29 Jahre! Dazu passt sehr gut die Geschichte eines guten Freundes.

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    Schöne Töne in D-Moll

      30 Jahre Einheit und Gleichheit und Brüderlichkeit. Vor dieser Zeit gab es wirklich schöne, handgemachte Erkennungmelodien. Können Sie sich daran erinnern? Als es noch Pausen- und Pausenzeichen in der Medienlandschaft gab? Lang ist´s her! Also – mach mal Pause! Heute:

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    Respect

    Meine Seele hat es eilig ​​Ich zählte meine Jahre und entdeckte, dass mir weniger Lebenszeit bleibt als die, die ich bereits durchlebte. ​Ich fühle mich wie jenes Kind, das eine Packung Süßigkeiten gewann: Die ersten aß es mit Vergnügen, doch als es merkte, dass nur noch wenige übrig waren, begann es sie wirklich zu genießen. ​Ich habe keine Zeit mehr für unendliche Konferenzen, wo man Statuten, Normen, Verfahren und interne Vorschriften diskutiert; wissend, das ​nichts erreich​t wird. ​Ich habe keine Zeit mehr, absurde Menschen zu ertragen, die ​ungeachtet ihres ​Alters nicht gewachsen sind. ​Ich habe keine Zeit mehr, mit Mittelmäßigkeiten zu kämpfen. Ich will nicht in Versammlungen sein, wo aufgeblähte…

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    Scenes of Migration

    Während sich gestern die großen Kinder der Koalition weiter gestitten haben und dabei jede Menge Journalisten vor der Türe der CDU-Zentrale stundenlang auf ein Ergebnis warten ließen, wurde tagesaktuell ein sehr passendes Theaterstück direkt an der Weltzeituhr des Alexanderplatzes auf geführt. Die Veranstalter hatten sich spontan entschlossen den Ort der Aufführung von Hohenschönhausen an den Alex zu verlegen, um damit – gerade an diesem Tag – auf die Inhumanität von Europa hinzuweisen. Eine wunderbare Inszienierung, die gerade ohne Kulissen beeindruckensd daher kam. Leider nicht gerade stark beachtet. Höchstens 50 Menschen sahen zu. Die meisten Touristen haben es halt eilig. Foto machen und weiter… Nur ein sehr verbissener Mensch musste sich …

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    Jonny K.

      Gestern vor 5 Jahren wurde Jonny am Alex erschlagen. Die Täter sind frei und rühmen sich mit ihrer Tat. Die allgemeine, gesellschaftliche Verrohung schreitet voran. Hilflose Personen werden liegen gelassen, Zivilcourage wird oft genug bestraft. Trotzdem kämpft Tina, die Schwetser von Jonny unermütlich dafür zukünftig einzuschreiten bei Gewalt und nicht wegzuschauen. Nur im Moment hat sie anderes zu tun. Sie erwartet in diesen Tagen ihr erstes Kind. Und sie sieht total glücklich aus dabei. Es kamen einige Menschen zusammen um an Jonny zu denken – NICHT an die Täter. Und es gab nur wenige egoistische Fahrradfahrer, die mit Scheuklappen laut klingend auf ihr Recht bestanden den Radweg vor dem…

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    Kino im Zentrum

    Der Sommer ist da – endlich. Nun kann man auch die vielen Freiluftkinos besuchen ohne zu frieren. Das Kino mit der beeindruckensten Kulisse befindest sich am Potsdamer Platz. Im Kino am Kulturforum gibt es ein abwechslungsreiches Programm und noch die schönste Aussicht gratis dazu. Bald folgen dann jahrelange Bauarbeiten… Wer es noch gemütlicher haben möchte nimmt sich eine Decke, ein Kissen und ein Getränk mit, setzt sich auf die Wiese vor der St. Matthäus-Kirche und kann von dortaus, den Film kostenfrei von der Rückseite der Leinwand aus sehen. Solche Plätze gab es schon früher in den Berliner Kinos. Es waren die Plätze für die armen Leute, die dort für den…

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    Moral II: Ehrlich währt am längsten?

    Der RBB meldet: „Mann gibt Goldbarren zurück. Ein 56-jähriger Hartz-IV-Empfänger gab den wertvollen Fund vollständig bei der Polizei ab.  Der Finder selbst lebt nur von ein paar hundert Euro im Monat – gefunden hat er Gold und Bargeld im Wert von mehr als 40.000 Euro. „Das gehört mir nicht. Das habe ich nicht verdient, sondern ein anderer. Das steht mir nicht zu“, sagte Y. dem rbb. „Mein Herz hat mir gesagt, dass das Gold nicht meins ist.“ Durch Dokumente und weitere Gegenstände in der Mappe ließ sich der Eigentümer laut Polizei recht schnell ermitteln. Als dieser die Sachen dann wenig später im zentralen Fundbüro in Tempelhof abholte, erklärte der 70-jährige…

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    Kudamm

    Gestern traf ich einen Menschen aus alten Kudamm-Tagen. Tommy war der Geschäftsführer von ZIP Records – DEM Schallplattenladen Berlins. Später arbeitete er bei WOM. Wer kennt diesen Laden noch? Wir unterhielten uns zwar nur kurz, waren uns aber sofort einig, dass sich unsere Welt sehr zum Nachteil verändert hätte. Und dass wir das Glück gehabt hätten in einer Zeit des Wachstums, der Berlinzulage und einer einigermaßen zivilisierten Gesellschaft gelebt und gearbeitet zu haben. Und wir waren uns auch einig, dass es viele falsche Vorbilder gibt in diesen Tagen. Dann steig Tommy in der M19, winkte mir freundlich zu und ging seiner Wege. Gott beschütze Thomas und die Unseren die diese…

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    Nette Menschen braucht das Land

    Guten Abend Herr Hellebrand, im Nachgang zu unserem sehr netten Kennenlernen auf der Tiergartenstraße am vergangenen Donnerstag wollten meine Tochter, ich und Mr. Big uns ganz kurz bei Ihnen auf diesem Wege melden: Es hat uns sehr gefreut, Ihre Bekanntschaft zu machen und wir haben es sehr geschätzt, dass Sie uns so nett zur Seite gestanden haben, obwohl Sie wussten, dass Sie mit uns zu diesem Zeitpunkt kein Geschäft machen konnten, da wir zu Fuß an den Wittenberg Platz über den „Großen Weg“ gehen wollten. Dank Ihrer Hilfe und Ihrem Tiergartenplan ist es uns auch gelungen, ohne uns zu verirren unser Ziel zu erreichen. Herzlichen Dank nochmals! Ohne Umschweife können…

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    Mutige Menschen braucht das Land

    Vor vielen, vielen Jahren schrieb eine verbitterte Kollegin in der TAZ: „Rikschafahrer hätten alle einen an der Waffel.“ Das ist eine steile These, die meines Erachtens am meisten für sie selbst spricht. Tatsache ist aber, dass die guten Rikschafahrer/innen sehr lebendig sind und das Smartphone in Punkto Informationen und Entertainment bei Weitem überbieten können. Nur wenige wissen überhaupt nicht Bescheid über unsere Stadt, machen nur Taxifahrten, erzählen nur Blödsinn oder können sich nicht benehmen. Die ehrlichen Fahrer/innen stehen zu ihrer Arbeit, müssen nichts erfinden und bieten Ihnen ein spaßiges Erlebnis an der frischen Luft und eine wunderbare Perspektive auf unsere Stadt. Und dies tun sie so gut sie eben können…

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    Rolling Stones doch in Berlin

    Pssst! Wie gemunkelt wird, wird das 1969 vom RIAS angekündigte Konzert der Stones auf dem Dach des Springer Hochhauses in diesem Jahr – 48 Jahre später als geplant – doch noch stattfinden. Es wird wieder ein GEIHEIMKONZERT sein. „Und weil sie nun zig- Millionäre sind und weil es ihnen so großen Spaß macht, spielen sie dort für umsonst…“ Spät, aber nicht zu spät! Rock ´n Roll? 1969 Tickets (1.275€) Rikscha fahren – immer ein Vergnügen.

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    Schicksal

    Als Stadtführer sind sich die meisten Menschen bewusst, dass wir uns ständig in der Nähe von potentiellen Anschlagszielen aufhalten. Ob am KaDeWe, am Brandenburger Tor, am Alexanderplatz oder am Hauptbahnhof. Leider ist eine vermeintlich ständige Bedrohung so in unsere Köpfe gehämmert worden, dass sogar ich angefangen habe, meine Augen offenhalten und mich nach Merkwürdigkeiten umzusehen. Das erschent mir noch immer sehr viel sicherer, als mich auf die Fähigkeiten der Polizei oder der Behörden zu verlassen, denn: Hier der Nachtrag vom 23. Januar 2017 – Quelle Tagesspiegel (kleine Meldung) „Amri war mehrfach in der Moschee in Moabit, auch kurz vor dem Anschlag. In der Moschee „Fussilet 33“ in der Perleberger Straße…

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    Like a rolling stone

    Während in den USA ein dickes, unerzogenes Kind den Untergang des Landes beschwört und nur er diesen als Präsident angeblich gerne verhindern kann, erhält im guten, alten Europa ein anderer, weltbekannter Amerikaner den Literaturnobelpreis und ist damit der erste Musiker, der es in diese Kategorie geschafft hat. Das lässt hoffen. Rikscha fahren – immer ein Vergnügen.

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    Maybe Bag

    Das Foto zeigt das berühmte Einkaufsnetz der Bürger in diesem Land, das s.g. „Maybe Bag“. Ein Einkaufsnetz, was in der Tasche keinen Platz beanspruchte, und immer zur Hand war, falle es etwas zu ergattern gab. Zur Not konnte man damit aber auch schon mal eine Kommode oder den betrunkenen Ehemann transportieren. So stabil war das Material. Jetzt ist aber eine wirkliche Menschenverachterin gestorben. Bis zum Ende ihres Lebens meinte sie, die DDR wäre ein vorbildlicher Rechtsstaat gewesen. Nun hat der Teufel ihre Seele geholt. Endlich! Wer sich von den Methoden der Stasi im System DDR ein Bild machen möchte, dem empfehle ich den Besuch des alten Stasi-Gefängnisses in Hohenschönhausen. Dort…

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    Seit gestern 9:00 Uhr ist Frühling im Tiergarten

    Spüren Sie es auch? Die Vögel zwitschern und die Luft duftet nach Erde. Der Kuckuck klopft an den Baum. Frieden. So fühlt sich Frühling an. Zartes Blau erblüht neben der ehemaligen Siegesallee. Wenn Sie mit (m)einer Rikscha durch den erwachenden, farbenfrohen Tiergarten fahren, könnte es passieren, dass Sie vom Sowjetischen Ehrenmal zum Potsdamer Platz fahren ohne zu bemerken, dass Sie gerade im Begriff sind eben diese alte, blau blühende Siegesallee entlang zu fahren. Dort waren zwischen 1895 und 1901 im Auftrag Kaiser Wilhelms II. 32 Standbilder aufgestellt worden. Von Teilen der Berliner Bevölkerung als „Puppenallee“ belächelt, weil sie die glorifizierende Darstellung der Hohenzollernherrscher zu Recht als etwas übertrieben empfanden. Im…

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    Reiselust im Rikschaland

    Wer eine Reise tut, der kann was erleben. Wer an diesem Wochenende nach Berlin kommt, darf sehen wie tausende Menschen am HALBMARATHON teilnehmen. Wie immer schickt der Wettergott bestes Wetter dafür. Die Strecke führt zunächst geradeaus nach Westen über die alte Ost-West-Straße „Paris – Moskau“ und vorbei an den wichtigsten Sehenswürdigkeiten unserer Stadt bis zum Schloss Charlottenburg. Der Rückweg ist nach dem Kurfürstendamm nicht mehr ganz so prominent. Am besten Sie gehen an diesem Tag zu Fuß oder fahren mit der Rikscha. Dann haben Sie keine Probleme mit den Absperrungen. Hier sehen Sie den Streckenverlauf. Aber vorher gab es heute erst einmal eine Kissenschlacht am Brandenburger Tor. Rikscha, Rikschafahrten, Rikschatouren…

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    Sezession 08/15

    Heute wurde bekannt, dass sich SPANDAU von Berlin separieren möchte. Der Bezirk ist nicht länger gewillt, sich dem Diktat des Berliner Senats zu unterwerfen und pocht erneut auf seine kommunale Selbstständigkeit. Damit würden die alten Grenzen vor der Eingemeindung 1920 wieder hergestellt. Um die Autonomie von Spandau und die unkontrollierte Einwanderung von Berlinern zu garantieren sind Grenzkontrollen an den 3 Zufahrtsstraßen und die Errichtung von Zäunen und Mauern vorgesehen. An der Zitadelle wird die Zugbrücke über dem Wassergraben wieder in Betrieb genommen… Rikscha fahren – immer ein Vergnügen.

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    Mit der Rikscha durch die Stadt

      Wenn Sie die Marl-Marx-Allee mit offenen Augen entlang gehen, können Sie noch einige Zeugen der alten Zeit entdecken. Der Charme aber auch der Verfall und manche Armseeligkeit sind dort zu sehen. Auch im Westen kann man an so mancher Straßenecke den Zahn der Zeit erkennen. Rikscha fahren – immer ein Vergnügen.

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    Schneckenrennen

    Steigt man aus der Rikscha aus und verlangsamt das Tempo noch einmal drastisch, so wird auch der Blick auf die Gesetze der Natur geschärft. Zuerst sah ich, dass die Gartenkunst der Kollegin Barbara jetzt erst vollkommen ist. Anschließend konnte ich ein Schneckenwettrennen an der Wand vom Schloss Bellevue beObAchten. Als wir dann vom Anhalter Bahnhof in den Park am Gleisdreieck – das alte Rangiergelände des Anhalter Bahnhofs und des Potsdamer Güterbahnhofs – liefen, entdeckten wir so manches Juwel, was hinter Zäunen offen oder auch versteckt die Zeit gesegnet hatte. Ein wunderbarer Spaziergang zu einer wunderbaren Herbstzeit. Aber sehen Sie selbst:        

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    Rikschafahrer bekommen keinen Herzinfarkt

    Pünktlich zum Ende des Sommers ziehen hin und wieder Nebelschwaden auf und verklären so manche Motive zu romantischen Bildern. So steht dann am Morgen das Bettenhaus der Charité wie eine weithin sichtbare, eher gruselige Kriegsruine mitten in Berlin. Die Sanierungsarbeiten sollen aber bis 2016 abgeschlossen sein und mit 220 Mio. € im Kosten- und Zeitrahmen bleiben. Dann zieht auch wieder die Kardiologische Abteilung zurück in den 7. Stock des Hauses und wird Leben retten. Fachlich ist dieses Haus eines der renommiertesten Häuser in Europa und unbedingt zu empfehlen. Aber auch das Pflegepersonal der Station ist redlich bemüht gute Arbeit zu leisten. Fragt man nach einer Zeitung, danach gewaschen zu werden,…

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    Rechtsruck in Europa ?

    Der Rikschafahrer berichtet: Die Idee für die Stolpersteine wurde 1996 geboren. Die ersten Steine wurden in der Kreuzberger Oranienstraße verlegt. Unterdessen liegen weit über 5.000 Steine in Berlin und über 45.000 Steine in ganz Europa. Die aktuellen Steine in Tiergarten erinnern an die Deportation einer Familie mit 9 Kindern nach Auschwitz im Jahre 1942. An der Stelle des ehemaligen Wohnhauses dieser Menschen wurde in diesen Tagen am Hansaplatz an dieses grausame Verbrechen erinnert. An dieser Stelle sei nochmals erwähnt, dass das Hansaviertel in Berlin den höchsten Anteil an jüdischen Mitbewohnern besaß und als erster Wohnbereich als „Judenfrei“ gemeldet wurde. Im Krieg wurde dann das gesamte Viertel fast vollständig zerstört. Die…

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    Neuwahlen

    Unverzüglich nach den Bundestagswahlen wurde beschlossen, einige Dinge mit sofortiger Wirkung zu ändern. So zum Beispiel ist Autofahren in Berlin zeitweise verboten, um den krank machenden Lärm- und Stresspegel zu reduzieren. Wir erinnern uns dabei auch an die Ölkrise in den 1970 ér Jahren und die Bilder von den leeren Autobahnen. Jede Krise hat aber wohl auch ihr Gutes. Damals wie Heute sind neue Freiräume entstanden. Parkplätze werden zu Grünflächen und Autostraßen, ja sogar ganze Flughäfen werden als Lebensräume genutzt. Hochzeitspaare tanzen auf den Straßen von Berlin und die Menschen genießen die Nähe zueinander und die Stille in der Stadt. Kein Bus überrollt einen. 😉 Die Rikschafahrer genießen all´dies ganz…

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    Nicht an einem Tag erbaut

    Gestern bin ich mit meiner Freundin seit längerem einmal wieder mit dem Auto durch die Stadt gefahren. Kreuz und Quer. Ich liebe es an einem verschlafenen Sonntag die leeren Straßen zu genießen. Leider war es mit dem Genuss nicht soweit her. Der Zustand unsere Straßen ist erbärmlich. Durchgehend sind riesige Löcher allüberall. Man rumpelt und pumpelt über den Asphalt wie über einen Acker. Rund um den Hauptbahnhof sieht es auch wie auf einem fremden Planeten und die seit Jahren andauernden Verkehrseinschränkungen scheinen für die Ewigkeit gemacht zu sein. Auch sonst herrscht in der Stadt eher das Bild einer Dauerbaustelle. Alles macht den Eindruck eines großen Durchführungs-Staus. Der Stillstand des leidigen…

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    Nach dem Spiel

    Die EM ist vorbei und nun rücken auch wieder andere Themen in den Vordergrund. Nach über 8.ooo Blitzen am Nachthimmel scheint die Atmosphäre geklärt zu sein und weniger spektakuläre Bilder haben wieder ein Chance auf Beachtung. Die Härte des Wettbewerbs weicht der Kunst und der Poesie… Rikscha fahren – immer ein Vergnügen.

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