• Tagebuch

    Wer ist hier bescheuert?

    Nachdem nun ein gewisser Herr Scheuer die Gehwege zu Spielplätzen mit gefährlichen Gegenständen umgewidmet hat, kommen nun weitere Ideen, deren Umsetzung nicht gelingen wird. Die Androhung von höheren Strafen für alles Mögliche wird nichts bewirken, weil es niemanden gibt der dies kontrolliert. Man muss schon sehr naiv sein um ernsthaft zu glauben, dass höhere Strafen Menschen in ihrem Verhalten ändern wird. Die neuen E-Roller jedenfalls darf man ab 14 Jahren fahren und muss (nach dem Gesetz!) die Fahrbahn oder den Radweg benutzen, was niemand tut. Damit würde Herr Scheuer motorisierte 14 Jährige ohne Führerschein und Helm schutzlos in den Berliner Autoverkehr zwingen. Dort Gnade ihnen Gott. Ob diese realitäts- und…

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    Heimat

    Auf den Weg machen von Moabit nach Lankwitz. Moabit. Finster ist es. Nicht bedrohlich. Urvertrauen. Oma und Opa sind auch dabei. Die Beusselstraße hoch. S-Bahngeruch, Braunkohle, Osten. Umsteigen Papestraße – rennen durch die langen, stummen Tunnel der Vergangenheit. Den Anschluss trotzdem fast immer verpassen… Einsame Holzbänke auf dem einsamen Bahnhof. Berge von Kohle. Senatsreserve. Warten. Nur wenige Minuten bis HEIMAT. Lichterfelde-Ost. Licht.    

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    Kudamm

    Gestern traf ich einen Menschen aus alten Kudamm-Tagen. Tommy war der Geschäftsführer von ZIP Records – DEM Schallplattenladen Berlins. Später arbeitete er bei WOM. Wer kennt diesen Laden noch? Wir unterhielten uns zwar nur kurz, waren uns aber sofort einig, dass sich unsere Welt sehr zum Nachteil verändert hätte. Und dass wir das Glück gehabt hätten in einer Zeit des Wachstums, der Berlinzulage und einer einigermaßen zivilisierten Gesellschaft gelebt und gearbeitet zu haben. Und wir waren uns auch einig, dass es viele falsche Vorbilder gibt in diesen Tagen. Dann steig Tommy in der M19, winkte mir freundlich zu und ging seiner Wege. Gott beschütze Thomas und die Unseren die diese…

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    Rolling Stones doch in Berlin

    Pssst! Wie gemunkelt wird, wird das 1969 vom RIAS angekündigte Konzert der Stones auf dem Dach des Springer Hochhauses in diesem Jahr – 48 Jahre später als geplant – doch noch stattfinden. Es wird wieder ein GEIHEIMKONZERT sein. „Und weil sie nun zig- Millionäre sind und weil es ihnen so großen Spaß macht, spielen sie dort für umsonst…“ Spät, aber nicht zu spät! Rock ´n Roll? 1969 Tickets (1.275€) Rikscha fahren – immer ein Vergnügen.

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    Tempo, Tempo

    Wer in einer Großstadt wie Berlin lebt, begibt sich in ein System, welches sich ständig aber so schleichend und defus verändert, so dass man es kaum bemerkt. Jeder der aus dem Urlaub zurück in unsere Stadt kommt kennt dieses Gefühl, dass es hier eigentlich viel zu stressig und die Luft viel zu schmutzig ist. Aber dann passt man sich unmerklich ziemlich schnell und wieder an, und vergessen ist der Unterschied. Neulich antwortete ein Mann in einem Interview auf die Frage was er mit einem Millionengewinn machen würde: „Irgendwo auf der Welt leben wo es schön ist.“ Auf Nachfrage wo dies sein könnte, sagte er: “ Egal. Irgendwo. Nur nicht in…

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    Heilig Abend im Orient

    Anthony de Mello erzählt folgende Geschichte: Es war einmal eine gläubige und fromme Frau, die Gott liebte. Jeden Morgen ging sie in die Kirche. Unterwegs riefen ihr die Kinder zu, Bettler sprachen sie an, aber sie war so in sich versunken, dass sie nichts wahrnahm. Eines Tages ging sie wie immer die Straße hinab und erreichte gerade rechtzeitig zum Gottesdienst die Kirche. Sie versuchte, die Tür aufzudrücken, doch vergebens. Sie versuchte es heftiger, aber die Tür blieb verschlossen. Der Gedanke, dass sie zum ersten Mal in all den Jahren den Gottesdienst versäumen würde, bedrückte sie. Ratlos blickte sie auf und sah genau vor ihrem Gesicht einen Zettel an der Tür.…

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    Langweiliges Berlin

    Aus Allerheiligen wird Halloween, aus Raider Twix. Aus den historischen „Terrassen am Zoo“ im 1. Stock des Bahnhofs – welch ein Wunder – „Mc Donalds“. Nach fast 10 Jahren des Leerstands hat nun derjenige den Zuschlag bekommen, der gesellschaftlich und politisch der heutigen, globalen Welt entspricht. Nicht, dass ich mir das spießige und überteuerte Restaurant der alten Zeit (Wiener Würstchen  mit Kartoffelsalat aus dem Eimer; draußen nur Kännchen)  zurück gewünscht hätte, aber ein bisschen mehr Innovation und Wagemut von der Bahn AG an dieser Stelle hätte ich schon gewünscht – keinesfalls erwartet. Das romantische Flair des Lesser-Ury-Bogens am Savignyplatz wurde bereits vollständig zerstört. Die Bahn AG hatte vor 2 Jahren…

  • Tagebuch

    Hertha BSC klingt…

    Nachdem nun alle Stars wieder weg sind, ist der Alltag in Berlin eingezogen. Im folgenden Film sieht unsere Stadt wirklich „glänzend“ aus. Alles klingt gut, ist bunt und blitzblank. Also dann: HA HO HE … Pokalfinale! Rikscha fahren – immer ein Vergnügen.      

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    Sezession 08/15

    Heute wurde bekannt, dass sich SPANDAU von Berlin separieren möchte. Der Bezirk ist nicht länger gewillt, sich dem Diktat des Berliner Senats zu unterwerfen und pocht erneut auf seine kommunale Selbstständigkeit. Damit würden die alten Grenzen vor der Eingemeindung 1920 wieder hergestellt. Um die Autonomie von Spandau und die unkontrollierte Einwanderung von Berlinern zu garantieren sind Grenzkontrollen an den 3 Zufahrtsstraßen und die Errichtung von Zäunen und Mauern vorgesehen. An der Zitadelle wird die Zugbrücke über dem Wassergraben wieder in Betrieb genommen… Rikscha fahren – immer ein Vergnügen.