• Tagebuch

    Sonne

    Genau zum Ende des Sommers verabschiedet sich die Sonne leuchtend gelb und kraftvoll. Jetzt kommt die dunkle Zeit. Die Nächte sind nun länger als die Tage. Nur in südlichen Gefilden sind die Tage und Nächte immer gleich lang. Leider sind diese Paradise besonders in Gefahr und für uns in jeder Hinsicht unerreichbar geworden. Dieser Film zeigt warum! Hier bei uns sind die Hoffnungen auf die die Besinnung der Menschheit auf die Rettung der Erde vergangen. Aus der anfänglichen Rücksicht und Freundlichkeit im Frühjahr ist offene Aggression geworden. Der verminderte CO2 Ausstoß durch den Rückgang des Flugverkehrs wird längst durch den gestiegenen Autoverkehr, die unverminderte weltweite Abholzung der Wälder und nun…

  • Tagebuch

    Mit dem Gecko spazieren gehen

    Nunmehr lebe ich seit 60 Jahren in meiner liebgehassten Stadt, neuerdings als Grossvater. Noch immer denke ich, dass ich ganz gut Bescheid weiß und mit der Zeit gehe. Aber natürlich ist dem nicht so. Dazu habe ich einfach viel zu wenig Kontakt zur Jugend. Diese feiert seit Wochen zu hunderten in den Parks und kümmert sich einen Scheiß um Cororna. Genau wie sich die Bevölkerung kein bisschen um wirklichen Umweltschutz oder die Arbeitsbedingungen von anderen Menschen in Fleischfabriken, auf Spargelfeldern, in Krankenhäusern oder bei Paketzustellern interessiert. Einfach weitermachen wie bisher scheint die Devise zu sein. Gleichgültigkeit fast überall. Was kümmert uns die Welt. Hauptsache wir können billig reisen, billig wohnen…

  • Tagebuch

    Nebel am Schlachtensee

    Frühmorgens. Der See liegt in dichtem Nebel. Je heller es wird, je heller wird auch meine Sicht auf den Zustand unseres Landes, und der ist wirklich erbärmlich. Warum sind die Rechten auch hierzulande so erstarkt? Begonnen hatte es nämlich nicht erst mit den Maßnahmen der SPD Anfang der 2000 er Jahre mit der Einführung von Hartz 4, womit die Spaltung der Solidargemeinschaft begonnen hat. Nein; begonnen hatte es mit der Treuhandgesellschaft, die nach der Wende ein ganzes Land und dessen Bevölkerung degradierte. Da hilft nur in die Natur gehen, der Stille lauschen, beten und atmen. Gut, dass wenigstens dort freundliche Menschen unterwegs sind und sich meistens lächelnd grüßen. Rikscha fahren…

  • Tagebuch

    Mutige Menschen braucht das Land

    Vor vielen, vielen Jahren schrieb eine verbitterte Kollegin in der TAZ: „Rikschafahrer hätten alle einen an der Waffel.“ Das ist eine steile These, die meines Erachtens am meisten für sie selbst spricht. Tatsache ist aber, dass die guten Rikschafahrer/innen sehr lebendig sind und das Smartphone in Punkto Informationen und Entertainment bei Weitem überbieten können. Nur wenige wissen überhaupt nicht Bescheid über unsere Stadt, machen nur Taxifahrten, erzählen nur Blödsinn oder können sich nicht benehmen. Die ehrlichen Fahrer/innen stehen zu ihrer Arbeit, müssen nichts erfinden und bieten Ihnen ein spaßiges Erlebnis an der frischen Luft und eine wunderbare Perspektive auf unsere Stadt. Und dies tun sie so gut sie eben können…

  • Tagebuch

    Nicht an einem Tag erbaut

    Gestern bin ich mit meiner Freundin seit längerem einmal wieder mit dem Auto durch die Stadt gefahren. Kreuz und Quer. Ich liebe es an einem verschlafenen Sonntag die leeren Straßen zu genießen. Leider war es mit dem Genuss nicht soweit her. Der Zustand unsere Straßen ist erbärmlich. Durchgehend sind riesige Löcher allüberall. Man rumpelt und pumpelt über den Asphalt wie über einen Acker. Rund um den Hauptbahnhof sieht es auch wie auf einem fremden Planeten und die seit Jahren andauernden Verkehrseinschränkungen scheinen für die Ewigkeit gemacht zu sein. Auch sonst herrscht in der Stadt eher das Bild einer Dauerbaustelle. Alles macht den Eindruck eines großen Durchführungs-Staus. Der Stillstand des leidigen…

    Kommentare deaktiviert für Nicht an einem Tag erbaut