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    Schaumwolken über Berlin

    In Berlin wird gebaut. Ständig und Ewig. Seit Jahrhunderten. In diesem Jahr wird bereits die 2. große Baustelle endlich fertig, denn heute wurde der vollkommen überfüssige „Lückenschluss“ der U-Bahnlinie 5 eröffnet und die Betriebserlaubnis an die BVG übergeben. Wie immer zu solchen Anlässen gab es eine wie gewohnt gleichklingende, positive Berichterstattung der Medien. „Da sieht man wie sich das Rad dreht“. Besonders peinlich war jedoch der sehr provinziell gestaltete eigene Livestream der BVG. Dort hieß es, es gäbe einen „großen Ansturm“ ; Schaumwolken über dem Himmel von Berlin wurden angekündigt. Auch wurde von einer baldigen Amortisierung der 860.000.000 € Baukosten! für die Gesamtstrecke vom Alex zum Tor – natürlich erst…

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    82 % – Plan übertroffen

    Heute endet der Testbetrieb am BER. Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup hatte zuvor deutlich gemacht, dass die Testläufe keine schwerwiegenden Mängel zu Tage gefördert haben. Zugleich dämpfte er die Erwartung, dass bei der Inbetriebnahme alles glatt laufe. „Es wird sicherlich nicht alles hundertprozentig funktionieren“, sagte Lütke Daldrup nach einer Aufsichtsratssitzung am Freitag. Große Schwierigkeiten werde es aber nicht geben. „Die wesentlichen Prozesse sind solide vorbereitet.“ Die Erfolgsquote beim Probebetrieb habe bis dahin bei gut 82 Prozent gelegen. 80 Prozent sei das Ziel gewesen. Na dann viel Glück beim Einchecken! Hauptsache das Fluggerät von Easy Jet hat 100 % Beinfreiheit. 😉 Billigflug olé! Passt zu Berlin. Rikschafahrten bei mir sind immer 100…

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    Verrichtungsboxen

    An der Osloerstraße im Wedding sind nagelneue Bio-Toiletten aufgestellt worden. Nachdem nun auch ein selbstbestimmtes Sterben von unserem höchsten Gericht erlaubt worden ist, plant der Senat von Berlin bald an den bekannten sozialen Brennpunkten der Stadt Boxen aufzustellen, in denen sich Menschen – welche im System Kapitalismus gescheitert sind – selbst entsorgen können. Die Reste der menschlichen Hülle werden zu Dünger (Foto) verarbeitet. Evtl. vorhandene Angehörige erhalten eine pauschale Ausgleichzahlung in Höhe von 5.000 € für die eingesparten Sozialhilfe- und Rentenkosten. Auch dies ist wieder ein zielführendes Projekt der Gruppe „H 5“ zur Optimierung der Leistungsgesellschaft. Rikscha fahren – immer ein Vergnügen.

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    Wer den Pfennig nicht ehrt…

    Seit Ewigkeiten wurden Rohstoffe wie Glas, Papier oder Eisen gesammelt. Als Kind im Westen bedeutete der Weg zum Schrottplatz ein kleines Zusatztaschengeld. Seit 2003 gibt es den Pfand auf Einwegflaschen. Dadurch – und durch die zunehmende Verarmung der Bevölkerung – ist in Berlin ein ganzer Berufszweig entstanden, den auch unsere Besucher deutlich wahrnehmen können, wenn der Fokus offen dafür ist. Gerade die Unwissenheit der ausländischen Touristen beschert den Flaschensammlern reiche Beute in der Innenstadt. Nun haben sich die Bierbrauer und zahlreichen Getränkefirmen überlegt auch diesem Berufszweig eine Lohnerhöhung zuzugestehen. Das Pfandgeld für Bierflaschen und Bierkästen soll deutlich erhöht werden. Jetzt müssen nur noch unsere Volksvertreter ihren Segen dazu geben und…

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    Urumqi – Hamburg

      Ein Tag in der Rikscha ist immer voller Begegnungen. So kam ich heute am Hotel „Westin Grand“ an. Vor der Türe standen zwei Jeeps mit mutmaßlich chinesischem Kennzeichen, welche mir schon Tags zuvor auf der Friedrichstraße aufgefallen waren. Ich fotografierte diese Autos und dabei kam einer der Begleiter der russischen Reisegruppe zu mir. Er ist seit fast 50 Tagen mit 6 Personen in 2 Fahrzeugen von China hierher unterwegs gewesen. Scheinbar nicht ganz arme Menschen hatten sich diese Reise geleistet und waren nach 6.500 km hier in Berlin nun fast am Ziel angekommen und im o.g. Hotel abgestiegen. Was es so alles gibt. Hier können Sie diese Reise buchen.…

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    Moral II: Ehrlich währt am längsten?

    Der RBB meldet: „Mann gibt Goldbarren zurück. Ein 56-jähriger Hartz-IV-Empfänger gab den wertvollen Fund vollständig bei der Polizei ab.  Der Finder selbst lebt nur von ein paar hundert Euro im Monat – gefunden hat er Gold und Bargeld im Wert von mehr als 40.000 Euro. „Das gehört mir nicht. Das habe ich nicht verdient, sondern ein anderer. Das steht mir nicht zu“, sagte Y. dem rbb. „Mein Herz hat mir gesagt, dass das Gold nicht meins ist.“ Durch Dokumente und weitere Gegenstände in der Mappe ließ sich der Eigentümer laut Polizei recht schnell ermitteln. Als dieser die Sachen dann wenig später im zentralen Fundbüro in Tempelhof abholte, erklärte der 70-jährige…