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    Der Schmetterling oder der erste Schritt

    Heute wachte ich mit einem Radiobeitrag auf und hörte als erstes an diesem Tag den Schluss eines Beitrags auf Deutschlandradio Kultur der da lautete: „Sklaverei beenden ist Gottesdienst“. Darin wurde ein schönes Bild gezeichnet über die Wirksamkeit ein Vorbild zu sein; des Voranschreitens. Dort hieß es: Tun Sie etwas gegen Sklaverei. Achten Sie z.B. beim Einkaufen auf die Herkunft ihrer Produkte. Fangen Sie an. Irgendwo mit einer Sache. Bei der Schokolade, den Bananen oder dem Fleisch. Und dann fragen Sie vielleicht ihre Freunde warum Sie dies tun. Und dann fangen diese Menschen vielleicht auch an darüber nachzudenken. Vielleicht beim Kauf von T-Shirts oder dem Holz für den Sarg der verstorbenen…

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    9. November

    Bevor heute manche Menschen dem Geschehen am 9. November 1938 gedenken, wurde gestern mit einer bewegenden Ansprache einem anderen Heiligtum gehuldigt. Dem Flugverkehr. Schon tagelang wurde in unserem kleinen, lokalen Sender RBB von dort berichtet; vom „Flughafen der Herzen“ gesprochen. Das sehen viele Menschen aus der Einflugschneise bestimmt ganz anders. Die Berichterstattung erschien doch in etwas in die Jahre gekommen; so wie dieser Ort selbst. Hier der letzte Akt der Schließung vom „Flughafen der kurzen Wege“ Nicht ganz so belanglos aber dafür sehr gut nachzuverfolgen ist „Ihr letzter Weg“ . Der Weg auf dem 30.000 Jüdinnen und Juden – von der Bevölkerung vollkommen unbemerkt – quer durch Moabit in die…

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    Camping in Berlin

    Als West-Berliner hatte ich das große Privileg mit meinen Eltern das Wochenende in einem Wohnwagen am Wannsee verbringen zu dürfen. In Berlin so einen Stellplatz am Wasser zu haben glich einem Hauptgewinn im Lotto. In den Sommerferien fuhren wir dann meistens nach Dänemark nach Fyn. Deswegen bin ich auch mit den Regeln auf Campingplätzen bestens vertraut. Neulich habe ich im Internet als Fundstück der Woche einen Artikel gefunden der jungen Menschen die einfachsten Umgangsformen erklärt. Darin bekommen unsere Youngsters die Basics von Anstand und Rücksicht erklärt. Wie gut, dass es Menschen gibt die im Internet kostenfreie Nachhilfe in Erziehungsfragen geben. Zusammengefasst lauten also die wichtigsten Regeln wie folgt: Besser keine…

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    Sicherheit

    Wegen möglicher Sicherheitsrisiken werden zukünftig die hinteren Sitze der SUV´s gesperrt. Durch die Reduktion des Gewichts dieser Autos wird der Reifenabrieb sowie der unangemessen hohe Kraftstoffverbrauch gemindert. Die Hoffnung sei, das Problem der Ressourcenverschwendung damit zu beheben. Ebenso wird an dem ständig wachsenden Egoismus mancher Bevölkerungsgruppen und deren Geltungsbedürfnis geforscht. Die Hoffnung sei, bereits in der frühen Erziehung auf ein sozial- und umweltbewußtes Handeln der Menschen einzuwirken. Dann könnten die bisherigen Techniken wieder freigegeben werden. Rikscha fahren – immer ein Vergnügen.

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    Lime on – Brain off

    Soso. Der Schnellschuss von unserem geliebten Herrn Scheuer hat auf Kosten der anderen Verkehrteilnehmer stattgefunden. Nun fahren die jungen Leute überall mit herum und haben Spaß! Gegen jede Regel! Unerhört! Aber: Es ist auch ein Vergnügen zu sehen wie einfach es ist, die Menschen mit einem neuen Spielzeug so richtig glücklich zu machen. Gleichzeitig ergibt sich damit aber auch eine wunderbare Übung für den Rest der Bevölkerung, nämlich Toleranz und Güte zu praktizieren. Nur Querulanten werden etwas dagegen unternehmen (wollen). Es ist wirklich erfrischend wieviel Fröhlichkeit einzieht in unsere Stadt mit so einer kleinen Sache. I love it! Weiter so Herr Scheuer. Aber wo bleibt die entsprechende Verkehrsstruktrur die dem…

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    Neusprech

    Neuprech heißt es in einem Buch. Spießer nennen es noch immer Jugendsprache. Eine Sprache die ausschließlich unter Jugendlichen gesprochen wird . Und auch nur in einem bestimmten Milieu. HIER können Sie sehen auf welchem Stand der Dinge es sich mit den Sprachgepflogenheiten verhält in unserem Lande. Ein Fest für Germanisten. Aber: In dem Maße wie wichtig heute das Äußere erscheint; es auf die Oberfläche ankommt, so furchtbar unwichtig scheinen heute die Rechtschreibung und jegliche Rechtschreibregeln zu sein. Ich finde es sehr spannend wie sich gerade sämtliche Medieninhalte verändern. Für mich ist es wie eine Art of „Vor- und Nach-Rezo-Zeit“. Plötzlich gelten vollkommen andere Gesetze und dabei sehen die „althergebrachten“ Parteien…

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    Scenes of Migration

    Während sich gestern die großen Kinder der Koalition weiter gestitten haben und dabei jede Menge Journalisten vor der Türe der CDU-Zentrale stundenlang auf ein Ergebnis warten ließen, wurde tagesaktuell ein sehr passendes Theaterstück direkt an der Weltzeituhr des Alexanderplatzes auf geführt. Die Veranstalter hatten sich spontan entschlossen den Ort der Aufführung von Hohenschönhausen an den Alex zu verlegen, um damit – gerade an diesem Tag – auf die Inhumanität von Europa hinzuweisen. Eine wunderbare Inszienierung, die gerade ohne Kulissen beeindruckensd daher kam. Leider nicht gerade stark beachtet. Höchstens 50 Menschen sahen zu. Die meisten Touristen haben es halt eilig. Foto machen und weiter… Nur ein sehr verbissener Mensch musste sich …

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    Jonny K.

      Gestern vor 5 Jahren wurde Jonny am Alex erschlagen. Die Täter sind frei und rühmen sich mit ihrer Tat. Die allgemeine, gesellschaftliche Verrohung schreitet voran. Hilflose Personen werden liegen gelassen, Zivilcourage wird oft genug bestraft. Trotzdem kämpft Tina, die Schwetser von Jonny unermütlich dafür zukünftig einzuschreiten bei Gewalt und nicht wegzuschauen. Nur im Moment hat sie anderes zu tun. Sie erwartet in diesen Tagen ihr erstes Kind. Und sie sieht total glücklich aus dabei. Es kamen einige Menschen zusammen um an Jonny zu denken – NICHT an die Täter. Und es gab nur wenige egoistische Fahrradfahrer, die mit Scheuklappen laut klingend auf ihr Recht bestanden den Radweg vor dem…

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    Mutige Menschen braucht das Land

    Vor vielen, vielen Jahren schrieb eine verbitterte Kollegin in der TAZ: „Rikschafahrer hätten alle einen an der Waffel.“ Das ist eine steile These, die meines Erachtens am meisten für sie selbst spricht. Tatsache ist aber, dass die guten Rikschafahrer/innen sehr lebendig sind und das Smartphone in Punkto Informationen und Entertainment bei Weitem überbieten können. Nur wenige wissen überhaupt nicht Bescheid über unsere Stadt, machen nur Taxifahrten, erzählen nur Blödsinn oder können sich nicht benehmen. Die ehrlichen Fahrer/innen stehen zu ihrer Arbeit, müssen nichts erfinden und bieten Ihnen ein spaßiges Erlebnis an der frischen Luft und eine wunderbare Perspektive auf unsere Stadt. Und dies tun sie so gut sie eben können…