• Tagebuch

    RTL II

    Bei meinem kürzlichen Krankenhausaufenthalt schlief ich die erste Nacht ganz alleine in einem Doppelzimmer. Gut für mich und den noch nicht anwesenden Bettnachbarn, denn meine Schmerzen waren noch nicht durch Tilidin betäubt worden und ich jammerte und stöhnte die ganze Nacht. Am nächsten Morgen kamen dann die richtigen Schmerzmittel und Manni. Manni war ein einfacher und netter Mann aus Pankow mit einer frisch operierten, linken Hand. Er war über ein Dreirad im Kindergarten gestolpert, wo er als Rentner als Hausmeister-Minijobber schaffen muss, weil die Rente nicht ausreicht. Wir hatten sofort einen guten Draht zueinander und er erzählte mir und der ganzen Station sein ganzes Leben, denn er hatte seine HÖRGERÄTE…

  • Tagebuch

    Barbara

    In Berlin gibt es viele süchtige Menschen. Viele der obdachlosen Menschen sind nur ein kleiner Teil davon. Der weitaus größere Teil bleibt unsichtbar. Ende 1975 traf der damalige Chef des Jüdischen Krankenhauses – Prof. Dr. Lothar Schmidt – einen Freund der gerade zu einem AA-Meeting ging. Er begleitete ihn dorthin und wunderte sich über die Offenheit und Ehrlichkeit der Menschen dort. Dieses einfache Programm aus den U.S.A. verhalf offensichtlich vielen der anwesenden, komplizierten Alkoholikern zur Abstinenz. So führte er dieses Programm als einer der ersten Ärzte in sein Berliner Krankenhaus ein. Deswegen war „Das Jüdische“ lange Jahre eine Instanz und die beste Einrichtung für eine Entgiftung in Berlin. Dort arbeitete…

  • Tagebuch

    Kleine Dinge

    Nach der hektischen Berlinale ist nun ist der Winter doch noch einmal zurückgekehrt. Es ist wieder kalt geworden in Berlin. Hoffentlich zum letzten Mal vor dem Frühling. Wenn man aufmerksam durch die Stadt geht und die Augen offen hält, sieht man hier und da kleine Wunder der Liebe und der Dankbarkeit. Ob sich nun die Natur ihren Weg bahnt oder Menschen freundliche Botschaften im öffentlichen Raum hinterlassen. Langsam kommen wieder Gefühle ins Spiel. Die Stars und Möchtegernstars, die Geschäftemacher, die Kritiker und die Wichtigtuer sind weitergezogen – auch die meisten freundlichen Filmfans. Alle haben Platz gemacht für das ganz normale Leben in unserer Stadt. Rikscha fahren – immer ein Vergnügen.…

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