• Tagebuch

    RTL II

    Bei meinem kürzlichen Krankenhausaufenthalt schlief ich die erste Nacht ganz alleine in einem Doppelzimmer. Gut für mich und den noch nicht anwesenden Bettnachbarn, denn meine Schmerzen waren noch nicht durch Tilidin betäubt worden und ich jammerte und stöhnte die ganze Nacht. Am nächsten Morgen kamen dann die richtigen Schmerzmittel und Manni. Manni war ein einfacher und netter Mann aus Pankow mit einer frisch operierten, linken Hand. Er war über ein Dreirad im Kindergarten gestolpert, wo er als Rentner als Hausmeister-Minijobber schaffen muss, weil die Rente nicht ausreicht. Wir hatten sofort einen guten Draht zueinander und er erzählte mir und der ganzen Station sein ganzes Leben, denn er hatte seine HÖRGERÄTE…

  • Tagebuch

    Hansaplatz – eine Momentaufnahme

    Als nach dem 2. Weltkrieg 1957 mit der Interbau hier ein vollkommen neues Viertel entstand, wurde rund um den zukünftigen U-Bahnhof auch ein kleines Einkaufzentrum mit 13 Geschäften angelegt. Es gab das Kino Bellevue, Bolle, die Berliner Bank, Butter-Linder, ein Hussel-Schokoladengeschäft, ein Foto-Fachgeschäft, einen Schreibwarenladen, einen Blumenladen, eine Apotheke, die Drogerie von Bubi Scholz, einen Bäcker, und einen Zeitungsladen mit Lottoannahmestelle. Gegenüber im Scheibenhaus von Egon Eiermann war eine richtige Post, mit extra Paketannahmeschalter. 😉 Um die Ecke war Haxen-Hanne. Das war eine kleine, heile Welt mitten in West-Berlin. Oma und Opa wohnten nebenan im 12. Stock mit Blick in den Osten. 1986 – während unserer Schwangerschaft und auch danach…

  • Tagebuch

    Nand Kumar und Prem Singh

    Corona weltweit. So ist die Lage in Indien bei unseren Kollegen und Mitmenschen. „Man könnte schmunzeln, aber dafür ist die Lage zu ernst“, meint der Kommentator im ZDF abschließend. Welche Lage meint er denn? Die Corona-Lage oder den Skandal, dass weltweit Millionen Menschen auch heute noch hungern müssen, während wir hier Klopapier und Seife und die Amis Schusswaffen horten? Rikscha fahren – immer ein Vergnügen.

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    Lethargie im Hansaviertel

    Manchmal irren kleine Gruppen von Touristen in meiner Wohngegend umher. Meistens sind es Italiener, die in ihrem Reiseführer vom berühmten Hansaviertel gelesen haben. Hier angekommen staunen sie dann nicht schlecht wie langweilig es hier ist. Außer dem Baumkuchencafe an der Ecke mit Dampferanlegestelle und einer Currybude (beide leben bestens von den Touris!) gibt hier aber auch überhaupt nichts Interessantes zu entdecken. Es sei denn, man wohnt hier. Dann erschließen sich manche Dinge besser. Zu scheinbar festgelegten Zeite sitzen auf meinem Hinterhof einige Mieter mit Thermokaffeebechern und/oder Bierflaschen auf billigen Plastikstühlen an einem Tisch mit einer bunten Plastikdecke und schimpfen über die Ausländer, die Regierung, oder über Irgendetwas anderes. Besserwissen – des Berliners…

  • Tagebuch

    Liebevoll

    Auch wenn es am Hauptbahnhof eher hektisch zugeht und die Menschen dort oft lieblos agieren, gibt es doch gleich um die Ecke auch Menschen die sich auch um anderes kümmern als nur um sich selbst. Ein wunderbares Beispiel steht am Spreeufer, wo sich eine Anwohnerin um die wilde Natur gekümmert hat, damit diese Pracht so lange wie möglich erhalten bleibt. Solche kleinen Freuden erleben Sie nur per Rikscha und nur mit dem Hauptstadtpiloten. Rikscha fahren – immer ein Vergnügen.

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