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    Wall-Street meldet: Ekstase und Absturz

    Nach und nach verabschieden sich ehemalige Helden. „Walter Lure spielte immer mal wieder an der Seite von Thunders, hatte aber auch Gastauftritte bei den Ramones und startete mit The Waldos schließlich sein eigenes Ensemble. Obwohl er The Waldos schon Ende der Siebzigerjahre gegründet hatte, brachte er erst 2018, 40 Jahre später, deren erstes Album heraus. Vielleicht auch deshalb, weil Geld später offensichtlich kein Problem mehr für Walter Lure war: Nach seiner offiziellen Punkrockkarriere arbeitete er als Börsenmakler an der Wall Street. Die Nadelstreifenanzügen dazu hatte er ja schon; er musste sie nur stopfen und bügeln.“

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    Deutschland privat

    Mich erinnert dieses Projekt eher an den guten, alten Film von Robert von Ackeren und Erwin Kneihsl von 1980. Das war ein authentischer Film, gemacht von Menschen die diese Zeit selbst erlebt, geprägt und dokumentiert haben. Dagegen ist Sammlung dieses neue Werkes eher voyeuristisch und willkürlich. Aber die 3 „Geschichten“ sind ne Wucht. Wunderbare Zeitdokumente in 1a Ton- und Bildqualität. Ich erinnere mich noch gut wie sich 1980 die gesamte Berliner Szene für die Premiere im „AKI-Aktualitäten-Kino am Zoo“ gegenüber des „Zoo-Palast“ einfand um einen geselligen Abend zu haben. Unser Saxofonist spielte mit Thomas Voburka – beide hinter dem Tresen im berühmten Restaurants „Exil“ am Paul- Linke- Ufer tätig –…

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    40 years later Johnny Johnny

    Out of the blue And into the dark They give you this, but you pay for that And once you’re gone, you can never come back When you’re out of the blue and into the black. The king is gone but he’s not forgotten This is the story of a Johnny Rotten It’s better to burn out than it is to rust The king is gone but he’s not forgotten. Hey hey, my my Rock and roll can never die There’s more to the picture than meets the eye. Hey hey, my my. http://hauptstadtpilot.de/wp-content/uploads/2019/07/VID-20190704-WA0004.mp4 https://rbbmediapmdp-a.akamaihd.net/content/e6/44/d5118fc4-488c-4ccf-be47-26a2b334ac20/d027d277-486b-4116-9c8c-8322ebc39f67_f46d6338-4550-4951-b929-b5fc74800e18.mp3 2014

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    1. Mai – Feiertag

    Endlich ist es warm – auch in Berlin. Touristenmassen erstürmen Berlin. Modisch gekleidet und mit den passenden Accessoires versehen stehen und laufen sie überall herum. Handy, Wasserflasche, Sonnenbrille und Star Bucks Cafe gehören zur Grundausstattung. Der Selfiestick ist aus der Mode gekommen. Berlin wird konsumiert. Lächeln für´s Foto auf Bestellung bevor es mit dem ehrlichem Gesicht weitergeht zum nächsten Termin. Tempo ist angesagt, schließlich lebt man nur einmal und will möglichst viel mitnehmen in diesem Leben – an Bestätigung in den Medien. Manche laufen am Morgen durch den Tiergarten. Ausstaffiert im stylischer Sportdress, ausgestattet mit Stadtplan oder Handy. Man will schließlich auch im Urlaub nicht nachlassen mit der Selbstoptimierung. Danach…

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    Tempo, Tempo

    Wer in einer Großstadt wie Berlin lebt, begibt sich in ein System, welches sich ständig aber so schleichend und defus verändert, so dass man es kaum bemerkt. Jeder der aus dem Urlaub zurück in unsere Stadt kommt kennt dieses Gefühl, dass es hier eigentlich viel zu stressig und die Luft viel zu schmutzig ist. Aber dann passt man sich unmerklich ziemlich schnell und wieder an, und vergessen ist der Unterschied. Neulich antwortete ein Mann in einem Interview auf die Frage was er mit einem Millionengewinn machen würde: „Irgendwo auf der Welt leben wo es schön ist.“ Auf Nachfrage wo dies sein könnte, sagte er: “ Egal. Irgendwo. Nur nicht in…

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    Das tägliche Sterben der Radler

    Fast jede Woche stirbt in Berlin ein Mensch unter einem Laster. Vor 2 Jahren wurde – aufwendig und teuer – vom Senat eine Umfrage über die gefährlichsten Ecken für Radfahrer in Auftrag gegeben und ausgewertet. Bis heute hat sich jedoch kaum etwas geändert. Als Paradebeispiel muss immer wieder der Moritzplatz herhalten. Dort ist es wirklich ein bisschen sicherer geworden. Rund um meine Wohngegend sind in der letzten Woche Fahrradlogos auf den 60 Jahre alten Radwegen aufgetragen worden. Somit wissen nun wenigstens die Fußgänger und Touristen, dass die roten Wege nicht für sie, sondern für Radfahrer gedacht sind. Für zeitgemäße, angemessene Investitionen in die heute notwendige Infrastruktur fühlt sich keine unserer…

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    „Für 5 Mark…

    bringen wir Sie um die Ecke“, dass war früher der Slogan für den neuen „Kurzstreckentarif“ bei Taxifahrten. Ein Schlingel der Böses dabei denkt, dachten wir damals… Seitdem kann man beim Heranwinken eines Taxis 2 Km für einen Pauschalpreis fahren. Es war eine Maßnahme das Geschäft in schlechten Zeiten zu beleben. In der Taxibranche hat sich seit dem viel geändert. Besonders auffällig ist aber, dass fast täglich Taxiunfälle in den Medien auftauchen. Bestimmt liegt die Schuld nicht immer bei den Taxifahrern, denn viele Radfahrer fahren wie sie wollen – gerne auch ohne Licht – und gefährden damit sich und auch andere Verkehrsteilnehmer. Trotzdem finde ich es auffällig wie oft gerade Taxis in Unfälle verwickelt sind. Berlin-Prenzlauer-Berg, 11.…

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    2014

        Ein Jahr der Jubiläen, der Feste, aber auch heftiger Verluste geht zu Ende. Einer (Udo) wurde 80 Jahre, einer (Joe) 7o Jahre und einer nur 60 Jahre alt. Weltmeister wurden gemacht; der Airbus brauste über die Fanmeile und das Brandenburger Tor. Ein Flugzeug ist spurlos verschwunden, eines spektakulär abgestürzt und noch eins abgeschossen. Kriege wurden und werden geführt. Anschläge drohen weltweit. Auch der Weltraum ist noch kleiner geworden. Alles wurde weiter abgescannt, optimiert und die Effizienz der Menschen und ihrer Produkte weiter gesteigert. Fast alle machen mit bei dem Spiel: Leistung, Hochleistungskonsum und Ablenkung rund um die Uhr. Aber es gibt auch noch ruhige Orte in Deutschland. Fahren…

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    Schneckenrennen

    Steigt man aus der Rikscha aus und verlangsamt das Tempo noch einmal drastisch, so wird auch der Blick auf die Gesetze der Natur geschärft. Zuerst sah ich, dass die Gartenkunst der Kollegin Barbara jetzt erst vollkommen ist. Anschließend konnte ich ein Schneckenwettrennen an der Wand vom Schloss Bellevue beObAchten. Als wir dann vom Anhalter Bahnhof in den Park am Gleisdreieck – das alte Rangiergelände des Anhalter Bahnhofs und des Potsdamer Güterbahnhofs – liefen, entdeckten wir so manches Juwel, was hinter Zäunen offen oder auch versteckt die Zeit gesegnet hatte. Ein wunderbarer Spaziergang zu einer wunderbaren Herbstzeit. Aber sehen Sie selbst: