• Tagebuch

    George

    Wenn Du schwarz bist: Stecke deine Hände nicht in deine Taschen.  Trage keinen Hoodie.  Gehe nicht ohne T-Shirt nach draußen.  Bleibe in Kontakt mit deinen Leute, auch wenn du nur die Straße runter bist.  Sei nicht zu spät noch unterwegs.  Fasse nichts an, das du nicht kaufst.  Verlasse ein Geschäft nie ohne Kassenzettel oder eine Plastiktüte, auch wenn du nur ein Kaugummi gekauft hast.  Lass es nie so aussehen, als ob du eine Auseinandersetzung mit jemand anderem hast.  Verlasse dein Haus nicht ohne deinen Personalausweis.  Fahre nicht im Unterhemd Auto.  Fahre nicht Auto, wenn du einen Durag (Kopftuch afrikanischer Herkunft) trägst.  Gehe nicht nach draußen, wenn du ein Unterhemd oder…

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    Bedingungunsloser Feiertag

    Ein furchtbarer Sturm kam auf. Der Orkan tobte. Das Meer wurde aufgewühlt und meterhohe Wellen brachen sich ohrenbetäubend laut am Strand. Nachdem das Unwetter langsam nachließ, klarte der Himmel wieder auf. Am Strand lagen aber unzählige von Seesternen, die von der Strömung an den Strand geworfen waren. Ein kleiner Junge lief am Strand entlang, nahm behutsam Seestern für Seestern in die Hand und warf sie zurück ins Meer. Da kam ein Mann vorbei. Er ging zu dem Jungen und sagte: “Du dummer Junge! Was du da machst ist vollkommen sinnlos. Siehst du nicht, dass der ganze Strand voll von Seesternen ist? Die kannst du nie alle zurück ins Meer werfen!…

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    Verrichtungsboxen

    An der Osloerstraße im Wedding sind nagelneue Bio-Toiletten aufgestellt worden. Nachdem nun auch ein selbstbestimmtes Sterben von unserem höchsten Gericht erlaubt worden ist, plant der Senat von Berlin bald an den bekannten sozialen Brennpunkten der Stadt Boxen aufzustellen, in denen sich Menschen – welche im System Kapitalismus gescheitert sind – selbst entsorgen können. Die Reste der menschlichen Hülle werden zu Dünger (Foto) verarbeitet. Evtl. vorhandene Angehörige erhalten eine pauschale Ausgleichzahlung in Höhe von 5.000 € für die eingesparten Sozialhilfe- und Rentenkosten. Auch dies ist wieder ein zielführendes Projekt der Gruppe „Hartz 5“ zur Optimierung der Leistungsgesellschaft. Rikscha fahren – immer ein Vergnügen.

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    13

    Am 07. Februar war bereits der 13. Tote in Berlins Straßenverkehr zu beklagen. Diesmal wurde ein 64 jähriger Mann bei einem unerlaubten Überholvorgang mit hohem Tempo direkt von hinten umgefahren und starb noch am Abend im Krankenhaus. Der Autofahrer blieb unverletzt. Nun sucht nun der Autofahrer einen guten Anwalt, damit er – nach einer nur geringen Strafe – bald wieder so weiterfahren kann. Unsere Behörden werden es möglich machen. Rikscha fahren – immer ein Vergnügen.

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    19. Dezember – ein trauriger Tag

    Als ich heute auf dem Breitscheidplatz versuchte an der Gedenkfeier vor der Gedächtniskirche teilzunehmen wurde mir zunächst der Zutritt verweigert. Zu viel Prominenz. Sicherheitsstufe I. Erst ein Polizist mit Herz gewährte mir den verspäteten Zutritt. Danke dafür! Vor und nachher durfte ich jedoch andere Betroffene kennen lernen. Da war zunächst die Betreiberin des Entenangelbeckens, die heute genau gegenüber des Zoo-Palasts steht, dort steht wo der LKW seinen Weg in den Weihnachtsmarkt nahm. Auch sie war enttäuscht darüber, dass der Marktbetrieb bis um kurz vor 20.00 Uhr gnadenlos weiterging, wo doch inmitten des Platzes die Trauernden trauen wollten. Der Frau rannten während unseres Gespräches noch immer die Tränen über die Wangen,…

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    Respect

    Meine Seele hat es eilig ​​Ich zählte meine Jahre und entdeckte, dass mir weniger Lebenszeit bleibt als die, die ich bereits durchlebte. ​Ich fühle mich wie jenes Kind, das eine Packung Süßigkeiten gewann: Die ersten aß es mit Vergnügen, doch als es merkte, dass nur noch wenige übrig waren, begann es sie wirklich zu genießen. ​Ich habe keine Zeit mehr für unendliche Konferenzen, wo man Statuten, Normen, Verfahren und interne Vorschriften diskutiert; wissend, das ​nichts erreich​t wird. ​Ich habe keine Zeit mehr, absurde Menschen zu ertragen, die ​ungeachtet ihres ​Alters nicht gewachsen sind. ​Ich habe keine Zeit mehr, mit Mittelmäßigkeiten zu kämpfen. Ich will nicht in Versammlungen sein, wo aufgeblähte…

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    Ich bin Sebastian Berlin

    In stiller Trauer Anna Bagratuni (Ukraine) Georgiy Bagratuni (Ukraine) Sebastian Berlin (Deutschland) Nada Cizmar (Tschechische Republik) Fabrizia di Lorenzo (Italien) Dalia Elyakim (Israel) Christoph Herrlich (Deutschland) Klaus Jacob (Deutschland) Angelika Klösters (Deutschland) Dorit Krebs (Deutschland) Lukasz Urban (Polen) Peter Völker (Deutschland)   gestorben im Dezember 2016 in Berlin Die Chronik

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    Barbara

    In Berlin gibt es viele süchtige Menschen. Viele der obdachlosen Menschen sind nur ein kleiner Teil davon. Der weitaus größere Teil bleibt unsichtbar. Ende 1975 traf der damalige Chef des Jüdischen Krankenhauses – Prof. Dr. Lothar Schmidt – einen Freund der gerade zu einem AA-Meeting ging. Er begleitete ihn dorthin und wunderte sich über die Offenheit und Ehrlichkeit der Menschen dort. Dieses einfache Programm aus den U.S.A. verhalf offensichtlich vielen der anwesenden, komplizierten Alkoholikern zur Abstinenz. So führte er dieses Programm als einer der ersten Ärzte in sein Berliner Krankenhaus ein. Deswegen war „Das Jüdische“ lange Jahre eine Instanz und die beste Einrichtung für eine Entgiftung in Berlin. Dort arbeitete…

  • Tagebuch

    Jonny K.

      Gestern vor 5 Jahren wurde Jonny am Alex erschlagen. Die Täter sind frei und rühmen sich mit ihrer Tat. Die allgemeine, gesellschaftliche Verrohung schreitet voran. Hilflose Personen werden liegen gelassen, Zivilcourage wird oft genug bestraft. Trotzdem kämpft Tina, die Schwetser von Jonny unermütlich dafür zukünftig einzuschreiten bei Gewalt und nicht wegzuschauen. Nur im Moment hat sie anderes zu tun. Sie erwartet in diesen Tagen ihr erstes Kind. Und sie sieht total glücklich aus dabei. Es kamen einige Menschen zusammen um an Jonny zu denken – NICHT an die Täter. Und es gab nur wenige egoistische Fahrradfahrer, die mit Scheuklappen laut klingend auf ihr Recht bestanden den Radweg vor dem…

  • Tagebuch

    Dadada

    lichtlichtlicht.partypartyparty.schnellschnelleramschnellsten.kontaktkontaktkontakt.jeder mitjedem.allewissenalles.virtuellerealität.zujederzeit.allemachenmit.immerbesonderssein undbesondereserleben.weilmansonstotist.spannendmussessein.whatsappfacebookmail.all esimmergleichundsofort.jedermitjedem.bestesbierbestesessenbestesaussehenbestefreudeb esteslebenbestereisenbesteparty.vielvielviel.jemehrdesdobesser.undspanndend.schönehaa eschönebärteschönesendung.schnellschnellschnellimmeraktuell.kosteeswaseswolle.afdnd. dieweltegal.hauptsacheich.manbinichtoll.stromausdersteckdose.zuhauseundimauto.undfa hrrad.alesgleichzeitig.großeskino.cafetogo.internettogo.essentogo.lebentogo.waskostetdie welt.kindewagenvonporsche.ryanaireasyjetflixbusairberlin? R.I.P JOY! War schön mit Dir. Rikscha fahren – ein Erlebnis ganz ohne Internetverbindung!

  • Tagebuch

    …und die Moral?

    Das Bettenhaus der Charité wurde gerade für 180.000.000 EUR modernisiert. Um auch diese Kosten wieder einzuspielen und auch um gut zu verdienen wurden die meisten Dienstleistungen innerhalb dieses Bertiebs ausgelagert. Andere (Unter-) firmen kümmerm sich nun die dies und das. Dumm ist nur, dass damit die Arbeitsbedingungen der vielen Mitarbeiter viel schlechter geworden sind. Ein großer Teil der Arbeitsverträge besteht z.B. aus ZEITVERTRÄGEN. Ständig wiederkehrende Demonstrationen und Streiks der Belegschaft waren an der Tagesordnung. Nun hat man dort verstanden, dass Outsourcing nicht immer vorteilhaft ist und kehrt zurück zum alten Model. Was es mit Menschen macht wenn sie unter großem Druck stehen erleben sie aber trotzdem am besten, als Patient in…

  • Tagebuch

    35 Jahre lang

    Manchmal irren kleine Gruppen von Touristen in meiner Wohngegend umher. Meistens sind es Italiener, die in ihrem Reiseführer vom berühmten Hansaviertel gelesen haben. Hier angekommen staunen sie dann nicht schlecht wie langweilig es hier ist. Außer der  dem Baumkuchencafe an der Ecke mit Dampferanlegestelle (welches bestens von den Touris lebt!) und einer Currybude gibt hier aber auch überhaupt nichts Interessantes zu entdecken. Ab 25°C sitzen auf meinem Hof zu scheinbar festgelegten Zeiten einige Mieter mit Thermokaffeebechern oder Bierflaschen auf Plastikstühlen und an Plastiktischen und schimpfen über Ausländer, die Regierung, oder über Irgendetwas anderes. Gegenüber raucht eine einsame Dame seit Jahren auf ihrem Balkon. Morgens mit dem Café in der Hand,…

  • Tagebuch,  Uncategorized

    Sterben auf Raten

    Zeit ist ein Fluss. Alles fließt. Änderungen geschehen. Manchmal schnell und manchmal sehr langsam. So hat unser guter, alter Kudamm schon viele Epochen erlebt. Aus den zahlreichen Kinos wurden zumeist Bekleidungsgeschäfte. Nun stirbt eine der traditionellsten Häuser direkt neben der UPPER WEST SIDE. Dort stand seit 1929 der Gloria-Palast im Romanischen Haus neben dem Café TRUMPF. Nach zahlreichen Umbauten wurde 1998 das Kino geschlossen und komplett entkernt. Nur die Freitreppe, der Eingangsbereich nebst Kassenhäuschen und die Leuchtreklame wurden unter Denkmalschutz gestellt und erhalten. UNITED COLOURS OF BENETTON zog ein. Nun hat sich angeblich herausgestellt, dass die Fassade nicht mehr standfest ist und das Haus (leider) abgerissen werden muss. Ähnliches ist…

  • Tagebuch

    Bewegung 2. Juni

    Ein Rikschafahrer erzählt: Am 2. Juni 1967 war ich noch viel zu klein um politische Zusammenhänge wahrzunehmen oder gar zu begreifen. Einige Jahre später begriff ich, dass dies genau das Datum war, wo sich die politische Welt in Deutschland für immer geändert hatte. Als ich aus dem Klassenzimmer der 8. Klasse des Beethoven Gymnasiums kam, stand vor der Türe meiner bis dahin heilen Welt ein Polizist mit einer automatischen Waffe. Die gesamte Schule war von der Polizei besetzt und abgesichert worden. Was war geschehen? Dr. Lorenz ein Abgeordneter und Spitzenkandidat der CDU für die Wahl in Berlin war entführt worden. Einige Jahre später wurde die Rasterfahndung eingeführt und wir mussten…

  • Tagebuch

    Jaki Liebezeit

    Bevor ich mich der New Wave Pop Musik hingab, gab es durchaus einige Vorbilder, welche mich prägten und auch später in der Band inspirierten. Ganz vorne dabei waren CAN und NEU. Nun ist ein Musiker aus dieser Zeit von uns gegangen. And you’re just another hero riding through the night Riding through the city Honey went to Norway, to Norway And you’re just another hero riding through the night Riding through the city, trying to lose your mind Oh, another hero, another hero And you’re just another hero trying to lose your mind Riding through the city, trying to lose your mind Your Honey went to Norway, hero, hero And…

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    Langweiliges Berlin

    Aus Allerheiligen wird Halloween, aus Raider Twix. Aus den historischen „Terrassen am Zoo“ im 1. Stock des Bahnhofs – welch ein Wunder – „Mc Donalds“. Nach fast 10 Jahren des Leerstands hat nun derjenige den Zuschlag bekommen, der gesellschaftlich und politisch der heutigen, globalen Welt entspricht. Nicht, dass ich mir das spießige und überteuerte Restaurant der alten Zeit (Wiener Würstchen  mit Kartoffelsalat aus dem Eimer; draußen nur Kännchen)  zurück gewünscht hätte, aber ein bisschen mehr Innovation und Wagemut von der Bahn AG an dieser Stelle hätte ich schon gewünscht – keinesfalls erwartet. Das romantische Flair des Lesser-Ury-Bogens am Savignyplatz wurde bereits vollständig zerstört. Die Bahn AG hatte vor 2 Jahren…

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    Das tägliche Sterben der Radler

    Fast jede Woche stirbt in Berlin ein Mensch unter einem Laster. Vor 2 Jahren wurde – aufwendig und teuer – vom Senat eine Umfrage über die gefährlichsten Ecken für Radfahrer in Auftrag gegeben und ausgewertet. Bis heute hat sich jedoch kaum etwas geändert. Als Paradebeispiel muss immer wieder der Moritzplatz herhalten. Dort ist es wirklich ein bisschen sicherer geworden. Rund um meine Wohngegend sind in der letzten Woche Fahrradlogos auf den 60 Jahre alten Radwegen aufgetragen worden. Somit wissen nun wenigstens die Fußgänger und Touristen, dass die roten Wege nicht für sie, sondern für Radfahrer gedacht sind. Für zeitgemäße, angemessene Investitionen in die heute notwendige Infrastruktur fühlt sich keine unserer…

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    Suicide

    Bereits 1979 adelte eine kleine Berliner Band den bekanntesten Song von Drafi Deutscher, der bis heute ein Gassenhauer in unserem Land ist: Letzten Samstag ist eine Legende gestorben. Der „Spiegel“ schreibt: Suicide gehörten zu den ersten, die Synthesizer und Drumcomputer einsetzte. Der neue Sound des Duos gilt als Wegbereiter für so unterschiedliche Musikrichtungen wie Punk und Techno. Bands wie Radiohead, U2, New Order und Depeche Mode, aber auch Daft Punk, Aphex Twin und Bruce Springsteen geben an, von Suicide beeinflusst zu sein. Das Duo hat zahlreiche Trennungen und Wiedervereinigungen hinter sich, das letzte Album wurde 2002 veröffentlicht. 2012 erlitt Alan Vega einen Herzinfarkt und einen Schlaganfall, erholte sich aber wieder…

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    Okay, stay on the line with me.

    Emergency Call: Okay, your cell phone’s not going to tell me where you’re at, so I need you to find me an address. Unknown Male: Yea, we have um, we have um, so, yea, um, the person is dead here. EC: Okay, get me the address please. UM: Okay, okay, I’m working on it. EC: Concentrate on that. UM: And the people are just distraught. EC: I understand they are distraught, but. UM: I’m working on it, I’m working on it. EC: Okay, do we know how the person died? UM: I don’t know, I don’t know. EC: Okay UM: Um, so we’re, we’re in Minneapolis, Minnesota and we are…

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    Klimaflüchtling

    Während in Paris über die Rettung der Welt gesprochen wird, geht diese in der Realität bereits unter. Offiziell gibt es noch keine Klimaflüchtlinge. Aber wenn es dann bald vermehrt nötig werden wird vor dem Wetter zu fliehen, werden diese Menschen dann hier als Flüchtlinge anerkannt werden? „Wo die Welt gerade untergeht“ „Wo Hoffnung ist“ Aber: Rikscha fahren ist immer ein Vergnügen. Rikscha, Rikschafahrten, Rikschatouren  

  • Tagebuch

    „Für 5 Mark…

    bringen wir Sie um die Ecke“, dass war früher der Slogan für den neuen „Kurzstreckentarif“ bei Taxifahrten. Ein Schlingel der Böses dabei denkt, dachten wir damals… Seitdem kann man beim Heranwinken eines Taxis 2 Km für einen Pauschalpreis fahren. Es war eine Maßnahme das Geschäft in schlechten Zeiten zu beleben. In der Taxibranche hat sich seit dem viel geändert. Besonders auffällig ist aber, dass fast täglich Taxiunfälle in den Medien auftauchen. Bestimmt liegt die Schuld nicht immer bei den Taxifahrern, denn viele Radfahrer fahren wie sie wollen – gerne auch ohne Licht – und gefährden damit sich und auch andere Verkehrsteilnehmer. Trotzdem finde ich es auffällig wie oft gerade Taxis in Unfälle verwickelt sind. Berlin-Prenzlauer-Berg, 11.…

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    Aus den Augen aus dem Sinn

      Vorgestern habe ich dieses aussagekräftiges Foto geschossen. Während hinter dem Rücken der Touristen der Gedenkkranz für die gestorbenen Flüchtlinge der DDR ausgedient hat, drängen sich die Menschen vor den falschen Grenzsoldaten, um ein Foto für das Urlaubsalbum zu schießen. Eine ehemalige Grenze als Spaß. Vergessen scheint die Geschichte dahinter… Wie gut, dass es Rikschafahrten mit dem Blick eines echten Berliners gibt. Rikscha fahren – immer ein Vergnügen. Auch passend zum Thema

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    Zurück in die Gegenwart

    Zeitzeugen werden knapp. Die Zeugen des Holocaust sind so gut wie verschwunden. Die Zeugen der Kaiserzeit sowieso. So ist bereits heute vor 90 Jahren der erste Reichspräsident der Weimarer Republik – Friedrich Ebert – gestorben. Aber auch die Helden der Nachkriegszeit machen sich nun langsam auf fast täglich – einer nach dem anderen – zu sterben. Gestern ist nun „Spock“ gestorben. Der lustigste Film der „Star Trek“ – Reihe war für mich der 4. Teil „Zurück in die Gegenwart“ von 1986. Eine ernste Rolle als Psychiater Dr. Kibner hatte Leonard Nimoy bereits in dem Film „Die Körperfresser kommen“ von 1978, an der Seite von Donald Sutherland und Brooke Adams in…

  • Tagebuch

    Flug QZ8501

      Schlechte Meldung: Die Trümmer des vermissten Flugzeugs wurden in  nur 10 Km von der angenommenen Absturzstelle gefunden. Zig Suchmannschaften waren dazu nicht in der Lage. Technik und Material sind eben doch nicht alles! Einheimische Fischer fanden die Absturzstelle, ganz ohne GPS, CPU, NSA und AfD, ohne Flugzeuge und Spezialausrüstung. Manchmal hilft nur der normale Menschenverstand oder etwas Glück im Leben.   Es muss etwas ungewöhnlich Heiliges im Salz sein: man findet es in unseren Tränen und im Meer. Khalil Gibran Rikscha fahren – immer ein Vergnügen.      

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    Der letzte Weg

    Während in Berlin oft und ausgiebig über Umweltschutz, alternative Energien, Wärmedämmung von Häusern (auf Kosten der Mieter), Elektroautos, Car-Sharing, uvm. geredet wird, hält man es im Staate Dänemark eher mit Taten. Dadurch ist uns unser Nachbarland in Sachen Energie mindestens 20-30 Jahre voraus. Ich kann mich noch gut erinnern, dass es dort in meiner Jugend in den 70er Jahren bereits viele dezentrale Energieversorgungen gab. Seit Neuestem kann man in Kopenhagen sogar seinen letzten Weg auf eine standesgemäße Art  mit der Rikscha zurückzulegen. Bis es bei uns so weit ist, müssen wahrscheinlich sämtliche Radfahrer erst einmal alt und die Benzinpreise noch einmal drastisch erhöht werden. Aber dann machen wir wirklich ernst…

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    2014

        Ein Jahr der Jubiläen, der Feste, aber auch heftiger Verluste geht zu Ende. Einer (Udo) wurde 80 Jahre, einer (Joe) 7o Jahre und einer nur 60 Jahre alt. Weltmeister wurden gemacht; der Airbus brauste über die Fanmeile und das Brandenburger Tor. Ein Flugzeug ist spurlos verschwunden, eines spektakulär abgestürzt und noch eins abgeschossen. Kriege wurden und werden geführt. Anschläge drohen weltweit. Auch der Weltraum ist noch kleiner geworden. Alles wurde weiter abgescannt, optimiert und die Effizienz der Menschen und ihrer Produkte weiter gesteigert. Fast alle machen mit bei dem Spiel: Leistung, Hochleistungskonsum und Ablenkung rund um die Uhr. Aber es gibt auch noch ruhige Orte in Deutschland. Fahren…

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    Schneckenrennen

    Steigt man aus der Rikscha aus und verlangsamt das Tempo noch einmal drastisch, so wird auch der Blick auf die Gesetze der Natur geschärft. Zuerst sah ich, dass die Gartenkunst der Kollegin Barbara jetzt erst vollkommen ist. Anschließend konnte ich ein Schneckenwettrennen an der Wand vom Schloss Bellevue beObAchten. Als wir dann vom Anhalter Bahnhof in den Park am Gleisdreieck – das alte Rangiergelände des Anhalter Bahnhofs und des Potsdamer Güterbahnhofs – liefen, entdeckten wir so manches Juwel, was hinter Zäunen offen oder auch versteckt die Zeit gesegnet hatte. Ein wunderbarer Spaziergang zu einer wunderbaren Herbstzeit. Aber sehen Sie selbst:

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    Rikschafahrer bekommen keinen Herzinfarkt

    Pünktlich zum Ende des Sommers ziehen hin und wieder Nebelschwaden auf und verklären so manche Motive zu romantischen Bildern. So steht dann am Morgen das Bettenhaus der Charité wie eine weithin sichtbare, eher gruselige Kriegsruine mitten in Berlin. Die Sanierungsarbeiten sollen aber bis 2016 abgeschlossen sein und mit 220 Mio. € im Kosten- und Zeitrahmen bleiben. Dann zieht auch wieder die Kardiologische Abteilung zurück in den 7. Stock des Hauses und wird Leben retten. Fachlich ist dieses Haus eines der renommiertesten Häuser in Europa und unbedingt zu empfehlen. Aber auch das Pflegepersonal der Station ist redlich bemüht gute Arbeit zu leisten. Fragt man nach einer Zeitung, danach gewaschen zu werden,…

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    Bernd Rosinski

    Die beiden Esel (Christian Morgenstern † 31.03.1914) Ein finstrer Esel sprach einmal zu seinem ehlichen Gemahl: »Ich bin so dumm, du bist so dumm, wir wollen sterben gehen, kumm!» Doch wie es kommt so öfter eben: Die beiden blieben fröhlich leben. Heute Nachmittag habe ich unseren (dienst)ältesten Rikschafahrer in einem Hospiz am Ende des Kurfürstendamms besucht. Er lag dort seit einigen Tagen. Er erkannte mich sofort und lächelte mich mit seinem typischen Lächeln an. Der Besuch dort dauerte jedoch lediglich 3 Minuten, dann war es mit seiner Kraft vorbei. Wir verabschiedeten und drückten uns herzlich und ich ging meiner Wege – und er seine. Bei meinem abendlichen Anruf im Hospiz…

  • Tagebuch

    Abschied

    Jaja, Kinder wie die Zeit vergeht. In den letzten 20 Jahren ist Berlin wirklich fast zu einer richtigen Großstadt herangewachsen. Um Platz zu schaffen für Neues müssen manchmal alte Dinge weichen – so schmerzlich es für manche Menschen auch ist. Einiges ist positiv anderes eher negativ. Fragt man mich, ob ich die Gefühle der Menschen im alten West-Berlin erklären kann, so antworte ich stets:  „Ich kann Geschichten, Orte, Bauwerke aus verschiedenen Epochen, vergleichende Perspektiven von damals und heute bieten. Aber das Gefühl was die Menschen hier zur Mauerzeit hatten, kann ich nicht erklären. Man muss es selbst erlebt haben.“ Erwischt man einen Zeitzeugen der über ein erzählerisches Talent und Ortskunde…